Wiener Konzerthaus: Schaden durch szenischen Ulk

Patricia Petibons nur punktuell beeindruckender Liederabend. Am stärksten wirkte Petibon dort, wo sie schlicht und lyrisch blieb, auf die Kraft der Musik und die Tragfähigkeit ihres zarten Soprans vertraute.

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Patricia Petibons Archivbild – APA/BARBARA GINDL

Eine sehnsuchtsvolle Flötenmelodie von draußen – und jede Note fliegt auf die Wange wie ein geheimnisvoller Kuss... Maurice Ravels „Flûte enchantée“ aus „Shéhérazade“ ließ auch am Montag im Konzerthaus einen Moment zarter Poesie entstehen: ausnahmsweise. Der Liederabend sei im Aussterben begriffen, klagen Veranstalter, weil es an der nötigen musikalisch-literarischen (Herzens-)Bildung fehle. Da hat es einer Künstlerin wie Patricia Petibon viel Applaus eingetragen, dass sie sich um unkonventionelle Darbietungen in dem Genre bemüht. Doch war diesmal, den jubelnden Fans zum Trotz, noch stärker zu bemerken, wie ein Übermaß an teils kindischen Scherzchen dem Eigentlichen empfindlich im Weg stand: der zarten Intimität, dem ungekünstelten Ausdruck, der kleinen, bedeutungsvoll gesetzten Geste.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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