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Neuer Festspiel-Intendant Hinterhäuser: „Bin kein Job-Hopper!“

Markus Hinteräuser neuer Intendant Salzburger Festspiele
Markus Hinteräuser neuer Intendant der Salzburger Festspiele / Bild: (c) EPA (NEUMAYR) 

Salzburger Festspiele. Markus Hinterhäuser, ab 2017 Festspiel-Intendant, freut sich, dass sein Konzept überzeugt hat. Er will Dirigent Franz Welser-Möst nach Salzburg zurückholen.

 (DiePresse.com)

Die Presse: Jetzt sind Sie doch noch Salzburger Festspiel-Intendant geworden. Freuen Sie sich? Die Wiener Philharmoniker haben Sie tatkräftig unterstützt. Schon vor der Kuratoriumssitzung gestern, Mittwoch, war Ihre Berufung klar. Stand die Entscheidung schon seit längerem fest?

Markus Hinterhäuser: Das weiß ich alles nicht. Ich saß hier im Pressebüro, als die Meldung kam. Aber ich bin ja kein Novize in Salzburg. Ich habe eine Handschrift, jeder kennt mich. Da wird es keine dramatischen Veränderungen geben. Wichtig sind mir die Beziehungen zwischen Oper, Konzert und Schauspiel. Ich habe ein Konzept vorgelegt. Ich hatte gute Gespräche mit dem Kuratorium. Das Verfahren war korrekt und fair. Ich konnte meine Vorstellungen beim Hearing erläutern. Ohne falsche Bescheidenheit würde ich sagen, meine Bewerbung war überzeugend. Klar freue ich mich!

Können Sie schon etwas über Ihr Programm verraten, Grundlinien?

Ich möchte jetzt hier nicht wie der Chinesische Volkskongress einen Fünf-Jahres-Plan verkünden. Nur so viel kann ich sagen, dass ich es für die Verpflichtung der Salzburger Festspiele halte, auch inhaltliche Forderungen zu stellen. Festspiele müssen mehr sein als eine additive Aneinanderreihung von Vorstellungen und Veranstaltungen.

Können Sie sich an Ihre ersten Erlebnisse in Salzburg erinnern?

Natürlich! Ich habe in Salzburg Klavier studiert. Wir sind immer ums Festspielhaus herum geschlichen, das uns wie so eine Art Kultur-Kreml erschien. Wir waren überglücklich, wenn wir eine Karte für eine Generalprobe bekommen konnten. Woran ich mich besonders markant erinnere, ist „Don Carlos“, Herbert von Karajan hat dirigiert.

Einer Ihrer Förderer war der jüngst verstorbene Hans Landesmann, Konzertmanager in Wien und Salzburg.

Ja das ist richtig. Ich habe ihm unendlich viel zu verdanken. Mein Leben hat sich organisch entwickelt.

Und Sie sind nicht nachtragend, dass Sie beim letzten Mal 2009 ausgebootet wurden, obwohl sie sich bewarben – und Alexander Pereira ihnen vorgezogen wurde?

Das ist überhaupt nicht meine Art. Alles im Leben hat seine Zeit und seine Choreografie. Natürlich habe ich mich damals getroffen gefühlt. Das ist ja kein Geheimnis.

Sie dürfen jetzt gleichzeitig die Salzburger Festspiele planen und die Wiener Festwochen. Alexander Pereira durfte keine zwei Funktionen haben.


Das ist nicht richtig. Alexander Pereira hat das Zürcher Opernhaus geleitet, auch nachdem er zum Intendanten der Salzburger Festspiele ernannt wurde. Diese Überlappungen gibt es immer wieder, es gab sie bei Gérard Mortier, der Generaldirektor der Brüsseler Oper war, und auch bei Peter Ruzicka. Ich habe mich mit Rudolf Scholten, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Wiener Festwochen, mit dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und mit Festwochen-Geschäftsführer Wolfgang Wais beraten. Ich bin kein Job-Hopper. Dafür sind mir diese beiden Institutionen zu wichtig. Mein Vertrag in Wien endet am 1. Juli 2016. Ich werde mich intensiv einsetzen.

Es wird von Ihnen erwartet, dass Sie Franz Welser-Möst nach Salzburg zurückholen, der nach einem Streit mit Pereira wegen Überlastung der Sänger die Da-Ponte-Opern abgesagt hat. Wird das gelingen?

Ich habe eine gute Gesprächsbasis mit ihm. Als ich 2007 Konzert-Direktor in Salzburg wurde, war das erste Konzert mit Welser-Möst und den Wiener Philharmonikern. Dann gab es Antonin Dvoraks „Rusalka“. Welser-Möst ist nicht vernachlässigt worden in Salzburg. Wir werden uns sicher einigen.

Was ist Ihre Lieblingsoper von Mozart?

„Così fan tutte“!

Warum?

Können Sie das so genau sagen, wenn Sie etwas mögen? Das ist bei Musik sehr schwer. Es ist einfacher, wenn man etwas nicht mag. Dann kann man allerhand erklären, um sich an etwas zu reiben und Widerstand zu leisten. Aber wenn man einem Werk in jeder Zeile, in jedem Ton verfallen ist, finde ich das viel schwieriger.

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16 Kommentare

fwm bei festspielen

Ich wuerde gerne einmal wissen, wer eigens nach Salzburg faehrt nur um FWM zu erleben.
Na wirklich net.......

Gratulation

Ich gratuliere Hinterhäuser von ganzem Herzen, und, naja, das mit dem Welser-Möst miassert jetzt wirklich net sein...

Ein Weckruf an die Jagdgesellschaft

Jetzt hat das Kuratorium gesprochen und die Weichen bis 2017 gestellt. Genügend Zeit um die Jagdgewehre zu putzen und zu ölen, Munition zu beschaffen. denn nun kann die Jagd beginnen. Man muss die Fragen klären:
1) Wieso hat das Kuratorium so schnell entschieden? War das Ganze eine ausgemachte Sache?
2) Hat sich nur Rabl-Stadler als Kandidaten gemeldet oder waren auch andere Anwärter? Wenn nicht, warum das?
3) Welche Intendanz-Erfahrung hat M. Hinterhäuser? Haben sich nicht auch "gestandene Mannsbilder"" beworben? Keine Frauen? Warum?
4) Warum ist die einzige Maßnahme, die man vernommen hat, die Verkürzung der "Ouvertüre Spirituelle? Die war doch großartig?Oder?
5) Wo werden Schaden und die Frau Minister ihren Sieg feiern? Zumindest bei dieser Wahl?
Was wird man nach Pereira vermissen:
1) Ein Programm, das jedem etwas brachte
2) Das Turteln des Intendanten mit seiner Favoritin und das unnachahmliche Lächeln dabei
3)Das Fliegen der Fetzen zwischen Pereira und Rabl-S.
Also auf ihr Jäger, die Schonzeit ist vorbei, macht eure Arbeit und erfindet einen würdigen Nachfolger für den soeben Ernannten (Hinterhäuser). Denn das will der Brauch in Salzburg.

Freunderl

So waescht eben eine Hand die andere.
Mit wenigen, aeusserst wenigen Ausnahmen, sind diese Festspiele hoechstens Mittelmass.
Da kann einer Besseres woanders erleben zu viel niedrigeren Preisen....

Re: Freunderl

noch schlimmer wird es ja hoffentlich nimmer werden..,

Wenn

mir auch sonst in letzter Zeit so ziemlich alles gegen den Strich läuft, diese Entscheidung begrüße ich. Um gleich wieder in Gedanken zu verfallen. Hat sich die Präsidentschaft automatisch verlängert? Hat Frau Rabl-Stadler die Bewerbung abgegeben? Hatte Frau Rabl-Stadler ein Hearing oder war das die berühmte "g´mahte Wiesn"?

Re: Wenn

Sie muessen sich dass wie in einem Gemeindebau vorstellen. Da gibt es Frauen, ohne die nichts laeuft. Man sagt dazu "tratschen", Stiegenhaustratsch.
Das Niveau der Festspiele ist vergleichbar.

Die Wiener Philharmoniker bemaengeln, dass Musiker aus Los Angeles schon Shanghai taetig sind, schon ist das ein Tratsch, kann sein, auf der Schranne. Sofort weiss das dann der Buergermeister, der da zufaellig vorbeikommt, oder ein Zutraeger, Vernadern und Zutragen scheint in Salzburg erfunden, sagt es der Kellnerin im Kaffehaus, die wiederum dem ....(Geheimwissen) von Schloss Mirabell. Der wiederum sagt es der Putzfrau....usw und irgendwann weiss es das Kuratorium und erkundigt sich bei Rabl ...... es wurde uns zugetragen....stimmt das?
Rabl bestaetigt....Deswegen wird sie gebraucht!

Was ist das Gegenteil von Job-Hopper?

Vielleicht Sesselkleber?

Ich schlage die Namensänderung auf "Hinterwäldler" vor !

.
Franz Welser-Möst, die Inkarnation der Provinzialiät.

Die Wahl Hinterhäusers zum Intendanten der Salzburger Festspiele

wir die einzig vernünftige Wahl in diesem Jahr in Österreich gewesen sein.

Jobhopper ist wertneutral! siehe Pereira! Man lenkt vom Wesentlichen ab!

Es geht in Salzburg darum, dass sich seit Jahren immer dieselben (diese sind nicht die Gleichen!) in Selbstbestaetigungversuchen ueben!

Siehe Olympiade, Sotchi (oder was weiss ich!) ist "korrupter", wir koennen da nicht mithalten, wir muessen gegensteuern, oder nachlernen!

Flughafen: Natuerlich fliegt auch Bayern mit!

Festspiele: Ein Prolet wie Pereira kassiert doppelt (Rolex, Doppelbeschaeftigung!), und wer sind wir?

Man hat mir meine Photoausruestung versenkt, natuerlich mit Absicht, ab man fragt mich nicht, ob das stimmt! Ich fahre da auch nicht mehr mit! Reiner Zufall, dass in Gresseto meine Wahlheimat ist / war! (Winke, Winke machen, Ratsch Bum!) Rotwein dort ist excellent!

Man raeumt mir meinen Schreibtisch aus:
Jeder weiss, dass da nichts drinnen ist, nur ich nicht!

Ach ja! In Sofia (Balkan!) funktioniert der Nahverkehr, ich hab das dem von mir genehmigten SVV Proleten gesagt, jetzt sollte das in Salzburg auch gehen!
Fahren, funktionieren, oder einfach weiter auf den Bus warten!
Verfruehungen sind in Sofia nicht bekannt, in Salzburg wird man jetzt um 2 Mill in Echtzeit auf Verspaetungen hingewiesen, die sowieso klar sind! Pereira wird immer harmloser! Und gerade deswegen nicht zum Brauchen!

Was noch?
Da ist noch dieser Kreisverkehr, dieser Enteignete!

Kann man da jetzt endlich ohne Wuerstl im Kreis fahren????????

Re: Jobhopper ist wertneutral! siehe Pereira! Man lenkt vom Wesentlichen ab!

.
Was erwarten Sie sich sonst von Gerd Bachers Tochter ?

Re: Re: Jobhopper ist wertneutral! siehe Pereira! Man lenkt vom Wesentlichen ab!

Nicht "ganz" verstanden, wahrscheinlich kein Salzburger!

0

Re: Re: Re: Jobhopper ist wertneutral! siehe Pereira! Man lenkt vom Wesentlichen ab!

Na dann schreiben's g'scheiter!

die beste wahl

aber der arme hat es jetzt mit dem gockl haslauer zu tun

„Bin kein Job-Hopper!“

was denn sonst?
in wien noch nicht begonnen, schon wieder sbg akzeptiert...dabei hätte man die situation schon vor jahren haben können.

roter schaden wo der spö herr schaden dabei ist!



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