Liebestrank mit frischen Stimmen

Das junge Staatsopern-Ensemble stellte sich in zentralen Partien von "L'elisir d'amore" vor.

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Natürlich firmiert die Staatsoper als Repertoire-Haus, doch spielt man längst in Serien. Aber es gibt ein paar Stücke im Fundus, die ab und zu für Einzelvorstellungen eingeschoben werden. Rossinis „Barbier“ von 1966 etwa, die gute alte Wallmann-„Tosca“ und eben der „Liebestrank“. Auch er ist ein Wiener Urgestein. 1973 hat Otto Schenk ihn im Theater an der Wien inszeniert, 1980 wurde er in die Staatsoper übernommen.

Viele große und weniger große Sänger haben sich seither auf dem Hof der jungen Pächterin Adina getummelt. Diesmal, in der 211. Reprise in der stimmigen Szenerie von Jürgen Rose, mit einer Ausnahme die jüngsten Hoffnungsträger aus dem Ensemble. Es hat Charme, wenn man die jungen Künstler erleben kann, wie sie sich mit Freude und gut vorbereitet in diese Rollen stürzen. Eine gewisse Fallhöhe wird freilich deutlich, wenn ein Profi wie Ambrogio Maestri die Bühne betritt und als kraftvoll seine Medizin preisender Dulcamara sofort die Szenerie beherrscht.

Alessio Arduini, zum sechsten Mal als Belcore, führt seinen Bariton dezent elegant. Valentina Naforniţa, auf die in der nächsten Saison Hauptrollen in „Rigoletto“ und „Don Pasquale“ warten, punktet mit sympathisch koketter Natürlichkeit. Stimmlich bewältigt sie die Adina mit ihrem aparten Sopran, der in der Höhe auch kraftvollere Akzente setzen kann, gut. Mit mehr Erfahrung wird sie sogar noch in der Finalarie richtig punkten können. Potenzial zeigte ebenso Jinxu Xiahou mit ansprechendem Tenor als täppischer Jungbauer Nemorino. Giannettas „Ma zitte piano“ war bei der reizenden Hila Fahima bestens aufgehoben. Am Pult hätte man ihnen allen mehr Esprit und ordnende Sicherheit gewünscht als durch Guillermo García Calvo. (mus)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2014)

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