Die Regierung Berlusconi will die öffentlichen Subventionen für Italiens Opernhäuser kürzen. "Der Staat kann nicht immer für die Schulden der Opernhäuser aufkommen. Ich glaube, dass man das System ändern muss", sagte der italienische Kulturminister Sandro Bondi nach Angaben italienischer Medien vom Freitag. Es gebe zwei Spitzenhäuser in Italien, die Scala in Mailand und das symphonische Orchester Santa Cecilia in Rom, "auf die wir unsere Ressourcen konzentrieren müssen", so Bondi.
"Wenn andere wichtige italienische Städte ein Opernhaus haben wollen, sollen die Gemeinden ihre Liebe für das Opernhaus beweisen, indem sie das Geld dafür finden. Der Staat muss zwar eine Rolle spielen, er kann jedoch nicht immer für alles zahlen", sagte Bondi.
Verschuldete Opernhäuser
Der Intendant des Teatro Region von Turin und Präsident des Verbands der lyrischen Stiftungen, Walter Vergnano, zeigte sich über die Worte des Kulturministers entrüstet. Er sehe die Gefahr, dass 5000 Theater- und Opern-Mitarbeiter in Italien wegen der geringer werdenden staatlichen Mittel entlassen werden könnten. Auch der Intendant des Venediger Fenice-Theaters, Gianpaolo Vianello, warnte vor einer Verarmung des kulturellen Angebots.
Schwere Schulden belasten mehrere prestigeträchtige Opernhäuser in Italien. Sowohl das Theater San Carlo in Neapel als auch die Arena von Verona und das Opernhaus Carlo Felice in Genua wurden deswegen unter Aufsicht eines Sonderverwalters gestellt.
(APA)

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