Viel mehr als Chaos: Schostakowitsch total

Alle 15 Schostakowitsch-Quartette als Collage in 80 Minuten: kein diffuser Klangbrei, sondern ein intensives und überraschend poetisches Erlebnis im großen Wiener Konzerthaussaal.

Photograph of Dmitri Dmitrievich Shostakovich 1906 1975 was a Russian composer and pianist and a
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Photograph of Dmitri Dmitrievich Shostakovich 1906 1975 was a Russian composer and pianist and a
Dmitri Schostakowitsch – (c) imago/United Archives Internatio (imago stock&people)

Für Dmitri Schostakowitsch waren seine 15 Streichquartette so etwas wie ein vertrauliches Tagebuch: Entstanden zwischen 1938 und 1974, erlauben sie einen oft tieferen Blick in seine Psyche und seine zwiespältige Lage im Sowjetregime als die meist stärker verschlüsselten Symphonien. Dennoch zeigen sie auch einen planvollen, zyklischen Aspekt, erheben gleichsam universellen Anspruch: 24 hätten es werden sollen, in jeder Dur- und Molltonart eines – nach dem Vorbild von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“. Trotzdem: Alle diese Streichquartette, von 15 im Saal strategisch verteilten Ensembles live innerhalb von 80 Minuten gleichzeitig gespielt – kann das mehr ergeben als einen chaotisch-kakofonen Eintopf? Ja, lautete die verblüffende Antwort am Freitag bei Wien Modern. Die logistisch aufwendige Unternehmung in der langen Tradition musikalischer Collagen, die zunächst eher wie ein sportives Event wirken mochte, entfaltete ungeahnte Kraft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2016)

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