Zum ersten Mal wird heuer der "Birgit Nilsson Prize" vergeben, an Startenor Placido Domingo. Die neu geschaffene Auszeichnung ist mit einer Million Dollar (677.966 Euro) der höchstdotierte Preis für klassische Musik. Benannt wurde er nach der schwedischen Sopranistin und führenden Wagner-Interpretin Birgit Nilsson (1918-2005).
Domingo wurde von Nilsson noch selbst als erster Preisträger bestimmt. Mit der Auszeichnung soll "endlich die Rolle des Interpreten hinreichend gewürdigt werden", sagte der Präsident der Birgit Nilsson Stiftung, Rutbert Reisch, vor der Verleihung.
Überreicht wird die Auszeichnung durch König Carl XVI Gustaf bei einer feierlichen Zeremonie in der Königlichen Oper in Stockholm, wo Nilsson am 9. Oktober 1946 ihr Debüt gegeben hat. Neben dem Preisgeld wird auch eine von zwei schwedischen Künstlern gestaltete Statue überreicht, die Nilsson in der Rolle der Isolde zeigt.
Auszeichnung für Interpreten
Die Auszeichnung sei nicht so etwas wie der "Nobelpreis der Musik", so Reisch. "Es ist der Birgit Nilsson-Preis für Musik". Obwohl die Höhe der Dotierung und die Zeremonie selbst durchaus an den berühmtesten schwedischen Preis erinnern, gehe es bei der neuen Auszeichnung explizit nicht um die Leistung des originär Schaffenden, sondern des Interpreten.
Der Interpret erwecke jede Nacht das Kunstwerk neu zum Leben, sagte Reisch und überbrücke "in jeder Performance den Graben zwischen dem Publikum und dem Komponisten". Dies sei ein "essentieller Teil des Musiklebens" und als Leistung durch Auszeichnungen bisher "nicht ausreichend gewürdigt worden", so Reisch. Der "Birgit Nilsson Prize" soll auch "Ansporn für aufstrebende Sängerinnen und Sänger" werden.
Drei Jahre nach Tod der Sängerin
Dass Domingo den ersten derartigen Preis bekommt, sei "fast selbstverständlich", obwohl Nilsson und Domingo vergleichsweise selten zusammen auf der Bühne gestanden sind, sagte Reisch. Die beiden hatten eine "unglaubliche Übereinstimmung" in ihren Ansichten über Musik. "Keiner von beiden war jemals auf einem Ego-Trip, es ging ihnen nur um die Musik."
Dazu passe auch, dass Nilsson den Preis erst drei Jahre nach ihrem Tod erstmals vergeben lassen wollte. Die Auszeichnung soll "von ihrer Person getrennt werden. Es ist ein schwedischer Preis, obwohl er ihren Namen trägt."
Nilsson selbst gehörte seit ihrem internationalen Debüt Ende der 1950er Jahre bis zu ihrem Abschied von der Bühne nach fast drei Jahrzehnten zu den weltweit führenden Wagner-Sängerinnen. Sie war Österreichische Kammersängerin und Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker.
(APA)

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