Milliarden-Bühnen: Die größten Kultur-Baustellen in Deutschland

Die Elbphilharmonie in Hamburg ist fertig, aber viele Theater- und Opernhäuser in Deutschland sind Großbaustellen. Kostenexplosionen, Fehlplanungen und oft jahrelanges Ausweichen auf Ersatzspielstätten zehren an den Nerven von Ensembles und Behörden. Wiedereröffnungen verschieben sich Jahr um Jahr.

Eine Übersicht über die größten Dauerbaustellen, mit Gesamtkosten von rund zwei Milliarden Euro.

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Berlin

Die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden zählt zu den größeren Berliner Baupannen der vergangenen Jahre. Statt 239 Millionen Euro wird die Renovierung am Ende wohl mehr als 400 Millionen kosten - und drei Jahre länger dauern als vorgesehen. Dafür wird das Ensemble von Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim ein akustisch und technisch fast perfektes Haus bekommen. Mit Beginn der nächsten Spielzeit soll die Lindenoper am 3. Oktober 2017 wieder für das Publikum öffnen.

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Köln

Kosten in dreistelliger Millionenhöhe kommen auch auf Köln zu: Die Sanierung der Kölner Bühnen - Opern- (im Bild) und Schauspielhaus - wird nach derzeitigem Stand 404 Millionen Euro kosten. 2015 war deutlich geworden, dass die Arbeiten mindestens drei Jahre länger dauern und wenigstens 100 Millionen Euro mehr kosten als ursprünglich geplant - anfangs waren einmal 250 Millionen Euro vorgesehen. Wie teuer die Sanierung am Ende tatsächlich wird und wann die Bühnen wiedereröffnen, könne man wohl erst im Juni 2017 belastbar einschätzen, erklärte der technische Betriebsleiter Bernd Streitberger.

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Frankfurt

Schauspiel und Oper, die unter einem Dach in einer Doppelanlage untergebracht sind, haben eine alte Heizungs- und Klimatechnik. Eine Generalsanierung könnte nach ersten Schätzungen bis zu fast 400 Millionen Euro kosten. Doch bevor endgültige Zahlen auf dem Tisch liegen, entbrannte im vergangenen Sommer ein heftiger Streit um die Zukunft der Städtischen Bühnen. Die Stadtspitze will einen Neubau an ganz anderer Stelle nicht ausschließen. Andere träumen sogar vom Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Schauspielhauses. Schauspiel und Oper wollen dagegen unbedingt am angestammten Platz in der Innenstadt bleiben. Jetzt soll ein Gutachten zum Sanierungsbedarf abgewartet werden.

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Stuttgart

Nach der umfassenden Sanierung des 50 Jahre alten Schauspielhauses im Stuttgarter Schlossgarten für 40 Millionen Euro steht der dicke Brocken noch bevor: die Generalsanierung des benachbarten, 100 Jahre alten Opernhauses. Geschätzt 400 Millionen Euro wollen Land und Stadt in die Hand nehmen. Aktuell läuft die Suche nach einer Ersatzspielstätte, weil das Opernhaus mehrere Jahre geschlossen werden muss. Die Württembergischen Staatstheater gelten als das weltweit größte Dreispartenhaus. Die Erweiterung der Oper im Schlossgarten soll nach 2025 abgeschlossen sein.

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Düsseldorf

Seit Anfang 2016 ist das Düsseldorfer Schauspielhaus wegen Sanierung im Gebäude und einer angrenzenden Großbaustelle geschlossen - und keiner weiß genau, wann es wiedereröffnet wird. Der neue Intendant Wilfried Schulz vagabundiert mit seiner Truppe durch Ersatzspielstätten in der Stadt. Frühestens im Herbst 2018 dürfte das Haus wiedereröffnet werden, so die derzeitige Prognose. Auch in Düsseldorf wird die Sanierung immer teurer. Rund 58 Millionen Euro haben Stadt und Land schon investiert. Erst kürzlich gaben sie wieder Millionenspritzen frei. Fassaden- und Dacherneuerung werden noch einmal mindestens 20 Millionen Euro verschlingen.

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München

Das Gärtnerplatztheater wird bereit seit 2012 saniert - eine Dauerbaustelle, deren Ende nicht wirklich absehbar ist. Eigentlich sollte es zur Feier des 150-jährigen Bestehens Ende 2015 fertig sein. Die Eröffnung wurde jedoch bereits zweimal verschoben. Der Grund ist nach Behördenangaben der "hochkomplexe Ausbau". Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs soll voraussichtlich erst im Oktober 2017 möglich sein. Teurer als geplant wird die Sanierung auch: 96 statt 77 Millionen Euro wurden zuletzt veranschlagt.

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Dresden

Dresden bekommt gerade sechs moderne Bühnen, was in Zeiten knapper kommunaler Kassen fast an ein Wunder grenzt. Kürzlich öffnete in der sächsischen Landeshauptstadt eine fast 100 Millionen Euro teure neue Kulturstätte ihre Türen. Das frühere Kraftwerk Mitte wird ein Musentempel für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation - Deutschlands größtes Kinder- und Jugendtheater mit gleich drei Spielstätten. Parallel dazu wurde der zu DDR-Zeiten eröffnete Kulturpalast in der City für fast 90 Millionen Euro umgebaut. Dort entsteht unter anderem ein Saal für die Philharmonie. Die Eröffnung ist für April 2017 geplant.

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Bayreuth I

Das Festspielhaus am Grünen Hügel stammt aus dem 19. Jahrhundert und muss umfassend saniert werden. 30 Millionen Euro sind dafür bisher einkalkuliert. Unklar ist, ob es dabei bleibt. Der zeitliche Rahmen wird auf jeden Fall gesprengt. Ursprünglich rechneten die Festspiele damit, dass die Arbeiten acht Jahre bis 2023 dauern. Nun aber sollen sie erst bis 2026 abgeschlossen sein. Allerdings droht die gesamte Sanierung komplizierter zu werden als gedacht. Denn die baulichen Mängel betreffen alle Gewerke, stellte sich heraus. Man müsse aber davon ausgehen, dass die bisherige Finanzierungsvereinbarung nicht aufrecht erhalten werden könne, teilten die Festspiele mit. 

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Bayreuth II

Auch die Restaurierung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth dauert länger als geplant. Das Haus könne frühestens im April 2018 wieder öffnen, hieß es vor Kurzem. Der 2012 von der Unesco zum Weltkulturerbe gekürte Barockbau wird seit einigen Jahren saniert, die Wiedereröffnung war für 2017 geplant. Im November 2014 hatte eine undichte alte Leitung den neuen Technikkeller unter der Bühne geflutet. Geschätze Kosten: 32 Millionen Euro.

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