John Malkovich feiert als Diktator in der Elbphilharmonie Premiere

Mit "Just call me God" beschert John Malkovich der Hamburger Elbphilharmonie am Mittwoch eine Weltpremiere.

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John Malkovich. – (c) APA/AFP/dpa/CHRISTIAN CHARISIUS (CHRISTIAN CHARISIUS)

Mit "Just call me God" beschert John Malkovich der Hamburger Elbphilharmonie am Mittwoch eine Weltpremiere. Dafür musste sich der Hollywoodstar in die Gedankenwelt von Diktatoren einfühlen. Vor der Uraufführung gewährte er am Montag Einblick in seine Arbeit, die am 12. März auch im Wiener Konzerthaus zu sehen ist.

In der Vergangenheit inszenierte die amerikanisch-österreichische Musiktheater-Schmiede um John Malkovich, den Regisseur Michael Sturminger und Organist Martin Haselböck bereits im Hamburger Schauspielhaus und der Hamburger Staatsoper bzw. im Wiener Ronacher. Kurz vor der neuen Uraufführung wirkt der 63-Jährige wie der Gegenentwurf zu den Männern, die Pate standen für seine jüngste Rolle. Es sind Männer wie der frühere ugandische Diktator Idi Amin, der seine politischen Gegner angeblich an Krokodile verfütterte, Männer wie Adolf Hitler oder Josef Stalin; Männer eines Typs, der sich auch dann noch an die Macht klammert, wenn schon alles verloren ist; Männer, die alles sind, nur nicht entspannt.

Der 63-Jährige spielt in "Just call me God" den Diktator eines fiktiven Landes, kurz vor dem Untergang. Wahnhaft hält er an der Vorstellung seiner Gottgleichheit fest, als seine Gegner schon vor der Tür stehen. Mit einer Reporterin, die ihm in den Wirren des Umsturzes plötzlich im Musiksaal seines verlassen geglaubten Palastes gegenübersteht, liefert er sich ein Streitgespräch. "Just call me God" sagt er zur Reporterin auf die Frage, wie sie ihn ansprechen soll. Organist Martin Haselböck begleitet das Stück zu Musik unter anderem von Bach und Wagner auf der neuen Orgel der Elbphilharmonie. In einer Symbiose aus Theater und klassischer Musik soll es die Mechanismen hinter der Tyrannei sezieren.

Dem Hamburger Konzerthaus wurde es auf den Leib geschneidert. "Diese neuen Konzerthäuser ermöglichen Dinge, die in früheren Konzerthäusern nicht möglich waren", erklärt Haselböck. "Man konnte in dem Saal während der Proben alles hören - selbst ohne Mikrofone", pflichtet ihm Malkovich bei. Die Kombination aus besonderer Architektur und Akustik, von Theater und Musik, könne neue Formate hervorbringen, glaubt Malkovich, der die Architektur und Akustik des Großen Saals als perfekte Antwort auf seine Rolle erlebt.

Denn der Konzertraum ist auf Gleichheit ausgerichtet: Kein Platz ist weiter als 30 Meter von der Bühne entfernt. Jeder Zuschauer hat freie Sicht auf die Bühne, die wie in einem Amphitheater in der Mitte des Raumes liegt. So können alle das gleiche Klangerlebnis mitnehmen. "Es ist toll, ein Stück über einen Diktator zu machen und zu sehen, wie demokratisch dieser Raum ist", freut sich Haselböck.

(Von Oliver Beckhoff/dpa)

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