Im Musikverein: Luthers Rat, von Haydn beherzigt

Mit gregorianisch gespickten Symphonien ging der mitreißenden Haydn-Zyklus unter Antonini weiter.

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Musikverein – (c) Michaela Bruckberger

Nun halten wir bei 13 von 107 Werken: Giovanni Antonini ist dabei, alle Symphonien Haydns bis zum Jubeljahr 2032 mit Il Giardino Armonico und dem Kammerorchester Basel neu zu erarbeiten. Dabei geht er gottlob nicht einfach nach der ungefähren Chronologie vor, die das Hobokenverzeichnis nahelegt, sondern findet Programmdramaturgien im historischen Querfeldein. Im vergnüglich-erhellenden Einführungsgespräch mit dem Musikwissenschaftler Wolfgang Fuhrmann erfuhr man, dass das aktuelle Konzert auf 500 Jahre Reformation verweisen sollte: nicht leicht angesichts eines katholischen Komponisten in katholischen Diensten. Man zog sich mit den Symphonien aus der Affäre, in denen Haydn Zitate aus der Gregorianik einarbeitet – einem Repertoire, das Martin Luther über seine Zeit als Augustinermönch hinaus wichtig war.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.03.2017)

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