John Eliot Gardiner: Bach war »kein Langeweiler«

Bach war charakterlich "weniger schlimm" als Mozart, aber trotzdem nicht vorbildhaft, findet der britische Dirigent: Ein Gespräch über die musikalische Liebe seines Lebens Johann Sebastian Bach - und die Musik, die er am Sterbebett hören möchte.

Gardiner hat mit seinen English Baroque Soloists und dem Monteverdi Chor eine neue Matthäuspassion auf CD herausgebracht.
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Gardiner hat mit seinen English Baroque Soloists und dem Monteverdi Chor eine neue Matthäuspassion auf CD herausgebracht.
Gardiner hat mit seinen English Baroque Soloists und dem Monteverdi Chor eine neue Matthäuspassion auf CD herausgebracht. Und selbst ein grandioses Buch über Bach geschrieben. – (c) imago/Agencia EFE (imago stock&people)

Das Bild vom Thomaskantor hing auf dem Treppenabsatz im ersten Stock der alten Mühle. „Jeden Abend“, erzählt John Eliot Gardiner, „versuchte ich auf dem Weg ins Bett, seinem Furcht einflößenden Blick auszuweichen. Er war mir unsympathisch.“ Welch merkwürdige Fügung: Auf dem Bauernhof in der englischen Grafschaft Dorset, auf dem Gardiner aufwuchs, befand sich tatsächlich das berühmte Bach-Porträt von Haußmann aus dem Jahr 1748, das sich heute im Leipziger Bach-Museum befindet. Es gehörte Walter Jenke, einem deutschen Juden, der 1936 vor den Nazis nach England geflüchtet war, in der Gegend Arbeit gefunden und eine Engländerin geheiratet hatte. Das Bild hatte er von seinem Großvater, der es, nichts von seinem Wert ahnend, in einem Raritätengeschäft erstanden hatte.

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