23.11.2009 00:31 | Meine Presse Merkliste0

Kritik Musikverein: Harte Nüsse, weiche Klänge

02.11.2009 | 18:35 |   (Die Presse)

Widmann und Brahms mit Franz Welser-Mösts Cleveland Orchestra.

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Sie gehört zu den härteren Nüssen der Konzertprogrammierung: die Frage, womit man Brahms' Deutsches Requiem kombinieren soll. Soll man überhaupt? Oder steht dieses Werk mit seiner überwältigenden Aussage(-Kraft) nicht besser für sich allein? Braucht es unbedingt ein Bei-Werk, damit das Publikum brutto auf seine zwei Stunden Konzert kommt?

Franz Welser-Möst hat das Problem mit seinem Cleveland Orchestra auf eine spannende, das Publikum fordernde Weise gelöst: mit Jörg Widmanns „Chor für Orchester“ (2004). Der 1973 geborene Komponist ist handwerklich so versiert, das Versprechen dieses originellen Titels auch einlösen zu können – so gut ein Orchester eben Chor „spielen“ kann.

Das Werk ist ein meist ruhig fließendes Geflecht, dessen Ereignis in einer elektrisierenden Balance zwischen Kollektiv und individueller Stimmführung liegt. Rasiermesserscharf werden manchmal kleine Sekunden gegeneinander gehalten, die vom Abstand her kleinste, fürs Ohr so große Abweichung. Als Trumpf erwies sich die legendäre Präzision des Orchesters – für die Verständlichkeit eines solchen Stückes das Um und Auf.

 

Erlösung auf allen Ebenen

Erlösung – das ist die Essenz von Brahms Deutschem Requiem, der vielleicht optimistischsten Komposition der Gattung. Wie eine klangliche Erlösung wirkte nach dem aufwühlenden Widmann auch die besänftigende Wärme der eröffnenden Brahms-Takte, eine Wärme, die der erste Chor-Einsatz ins Überirdische wandelte. Brahms misst dem Chor die Hauptrolle zu, und der von Johannes Prinz gehegte Wiener Singverein präsentierte sich in überragender Form als Spender vokaler Glücksmomente. Möst verwob diesen Stimmenteppich mit den Fäden seines Orchesters und den exquisiten Soli von Simon Keenlyside und Malin Hartelius zu einem bezwingend-organischen Ganzen, das auch in den heftigsten Ausbrüchen leichtfüßig wirkte, ohne dabei leichtgewichtig zu sein. Schöner kann man das kaum musizieren. hd

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2009)

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12 Kommentare
Gast: aufdecker
03.11.2009 10:16
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unabhängig hin, unabhängig her.......

............wie der wind in der presse weht, wissen wir ja.

aber müssen deswegen die artikel jetzt alle schlecht geschrieben werden?

JoeKern
04.11.2009 10:59
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Re: unabhängig hin, unabhängig her.......

In allen Kategorien lese ich die Presse sehr, sehr gerne. Nur seid Jahren ärgere ich mich mehr und mehr über die Kultur Berichterstattung. Die Kritiker sind im frühen 19. Jahrhundert stecken geblieben (siehe auch Kritik zu "Lorenzaccio" und den Vergleich im Standard). Konservativer gehts nicht mehr, Stumpfsinniger an weit hergeholten Argumenten und provinzieller gehts auch nicht mehr! Lasst neue Leute ran, die Sinkovicz und Co. in die Bibliotheken schicken. Ich will keine Oberlehrer als Kulturkritiker, sondern Menschen, die auch den frischen Wind an den Bühnen zu verstehen wissen!

Gast: fr sch
03.11.2009 10:06
0 0

...

if you percept wrong, mr. möst, this is not my surrounding' s problem.

Gast: fr sch
03.11.2009 10:02
0 0

...

bear

Gast: fr sch
03.11.2009 10:02
0 0

...

he has to beat being critizised.

Gast: fr sch
03.11.2009 10:01
0 0

...

here on the media you see the himself subjectiv important finding welser-möst from his glamourside. we are not keen on the other one.

Gast: fr sch
03.11.2009 10:00
0 0

...

dass man sich mit so jem. wie dem auseinandersetzt. ist zeitverschwendung-wiedersehen?

Gast: fr sch
03.11.2009 09:58
0 0

...

er heiratet auch gerne "aus mitleid!" mit seinen frauen. oder seiner frau. egal.

Gast: fr sch
03.11.2009 09:58
0 0

...

er heiratet auch gerne "aus mitleid!" mit seinen frauen. oder seiner frau. egal.

Gast: fr sch
03.11.2009 09:57
0 0

...

gottseidank subjektiv wichtig! denken sie sich nichts, der ist nicht dicht! WAS kann er denn unpolitisch machen und WIE und WARUM er gerade?

Gast: fr sch
03.11.2009 09:56
0 0

...

welser-möst, sie sehen sehr dämlich aus auf dem titelseitenfoto im standard. wenn ich paranoid bin, was barenboim wissen möchte, dann sehen sie dämlich aus! nicht nur, dass ich das so finde.
und wenn sie meinen, ich möchte ihnen gefallen, oder es war je so, dann nehmen sie eben falsch wahr!
und gehen sie bitte woandershin, wenn sie als PERSÖNLICHER, PRIVATER tyrann auftreten möchten. müssen sie ihre ihnen ehemals zum unterricht anvertrauten schüler denn bis ins persönlichste tyrannisieren? sie haben eine kranke persönlichkeit und einen sehr egozentrischen charakter.

Gast: Joe
03.11.2009 09:51
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Unabhängig

Klar, wenn der Herr Chefredakteur im Konzert daneben sitzt und man am Ausgang "Die Presse" verteilen darf können Sie als Kritiker wohl nichts anderes schreiben ??? So viel zur "Unabhängigkeit", man will es sich ja mit dem Musikvereins Chef und dem neuen Opern GMD nicht verderben.
Bei Widmann haben Sie meine volle Zustimmung,
man hat gemerkt, das haben sie geprobt. Brahms Requiem war die uninspirierteste und schlechteste Aufführung die ich je gehört habe. Oder sind Ihnen auch noch die ganzen verunglückten Tempoübergänge, das taktweise aus den Fugen geratene Orchester tatsächlich nicht aufgefallen??
Brahms war nicht geprobt, oder wenn, dann zu wenig. Und das sollte sich auch eine "unabhängige" Presse trauen zuzugeben, trotz Chefredakteur Avancen und Gratiszeitungen im Musikverein!!!

Schlagzeilen Kultur