Staatsoper: Das ganz normale Leben und seine Grausamkeit

KritikJanáčeks „Kátja Kabanová“, diesmal mit Angela Denoke, Misha Didyk und Jane Henschel, lässt keinen kalt.

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(c) Staatsoper/Pöhn

Die Musik von Leoš Janáček ist von äußerster Knappheit und Konzentration. Sie klingt, als lege sie den Finger auf die wundesten Punkte der menschlichen Existenz. Das gelingt dem mährischen Komponisten, weil er seine musikalischen Zeichen direkt aus sprachlichen Wurzeln schöpft. Seine Motive entstehen aus Lautmalerei, aus Rufen, Angst- oder Freudenlauten. Damit agiert er wie ein Analytiker, lässt Klänge arbeiten, keimen, wachsen; sie können sich wie Ideen, Vorstellungen, Visionen ans Äußerste dehnen – und dann jäh zerplatzen, ins Nichts zurücksinken.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2017)

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