„Lady Macbeth von Mzensk“ bei den Salzburger Festspielen: Unsere Welt, ein entgötterter Hinterhof

Mariss Jansons rundete Andreas Kriegenburgs werkgetreue, packende Produktion von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ mit der grandiosen Nina Stemme zum Gesamtkunstwerk.

SALZBURGER FESTSPIELE 2017: FOTOPROBE 'LADY MACBETH VON MZENSK'
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SALZBURGER FESTSPIELE 2017: FOTOPROBE 'LADY MACBETH VON MZENSK'
Nina Stemme macht die Rolle der Katerina Ismailowa zu einer vokalen Lebensstudie, die von den blassen Linien der Eingangsszenen zu blutvoller Leidenschaft im verzweifelten Finale anwächst. – APA/BARBARA GINDL

Wenn es ein Hohelied der Unmoral gibt, ein Menetekel der völligen Entgötterung, der die Menschheit sich verschrieben hat, dann ist das wohl Dmitri Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass Josef Stalin, Führer eines jener Teufelsregime, die diese Entwicklung entscheidend befördert haben, diese Oper verbieten ließ. „Chaos statt Musik“ wetterte der Diktator in der Prawda – und es werden schon nicht musikalisch-ästhetische Fragen gewesen sein, die in der Folge den Anstoß zur größten „Säuberung“ im Kulturleben seines Sowjetstaates gaben.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2017)

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