Schostakowitschs wohltemperiert-gefährliches Kunst-Wagnis

Pianist Igor Levit spielte im Mozarteum alle 24 Präludien und Fugen op. 87 und erwies damit seinen singulären Rang.

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Igor Levit – (C) Salzburger Festspiele/ Silvia Lelli

Einmal, mittendrin, brandete spontan Applaus auf. Das war nach der Des-Dur-Fuge, die ihr elftöniges Thema mit brachialer Fortissimo-Energie durch alle Tonlagen und die Finger des Pianisten in unmenschlicher Geschwindigkeit über die Klaviatur jagt. Ein Geschwindigkeitsrausch, in den Komponist, Pianist und Hörer da verfallen. Er hat Methode, denn Dmitri Schostakowitsch markiert hier einen jener Punkte in seinem ehrgeizigen Zyklus von 24 Präludien und Fugen, an denen auch die harmonische Faktur der Musik an jene Grenzen getrieben wird, die in Komponistenkreisen jener Generation so heftig diskutiert wurde.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2017)

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