Wiener Staatsoper

„La traviata“: Mehr Tempobreite als Seelentiefe

Verdis „La traviata“, rundum neu besetzt und mit Olga Peretyatko-Mariotti in der Titelrolle: ein guter Repertoireabend mit kleinen Schwächen.

Olga Peretyatkos Schwäche als Violetta: Ihr fehlen die letzten dramatischen Reserven, um die Szene klar zu gliedern und Spannung aufzubauen. Eine ihrer Stärken: der schön geformte Vortrag.
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Olga Peretyatkos Schwäche als Violetta: Ihr fehlen die letzten dramatischen Reserven, um die Szene klar zu gliedern und Spannung aufzubauen. Eine ihrer Stärken: der schön geformte Vortrag.
Olga Peretyatkos Schwäche als Violetta: Ihr fehlen die letzten dramatischen Reserven, um die Szene klar zu gliedern und Spannung aufzubauen. Eine ihrer Stärken: der schön geformte Vortrag. – (c) Staatsoper/Pöhn

Violetta leidet und stirbt wieder an der Staatsoper – und das bereits in der 50. Aufführung von Jean-François Sivadiers Inszenierung. Vor sechs Jahren ist diese aus Aix-en-Provence ins Haus am Ring übersiedelt, damals inklusive Natalie Dessay in der Titelpartie. Bei Sivadier vermischen sich bekanntlich Spiel und Realität, also eine Opernprobe mit dem Schicksal der beteiligten Darsteller. Das mag einige schöne Momente ermöglichen, doch drohen sich diese in der vorherrschenden optischen Ödnis von Alexandre de Dardels Bühne zu verlieren – und das nötige Parallel- und Um-die-Ecke-Denken rückt das Schicksal der selbstlos liebenden, aber als Kurtisane abgestempelten Frau eher in die Ferne.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2017)

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