Der klassische Meister und das spielerische Neue

Das Altenberg Trio konfrontiert Beethoven mit Avantgardeklängen.

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Gebäude des Wiener Musikvereins. – (c) imago/allOver (SIMI)

Auch heuer programmiert das Altenberg Trio seinen Zyklus im Musikverein nach altbewährtem Muster: Bis auf eine Ausnahme werden Beethoven-Trios zeitgenössischen Kompositionen gegenübergestellt. Lera Auerbachs „Tryptich – The Mirror with Three Faces“ wird etwa im November zu hören sein, Leonard Bernsteins Klaviertrio im Februar und Werner Pirchners „Heimat“ im Mai kommenden Jahres.

Zum Einstieg wählte man „Cinq Pièces brèves“ von Bohuslav Martinů, ein Werk, das dem Uraufführungs-Ensemble 1930, wie berichtet wird, zu anspruchsvoll war. Das Altenberg Trio erfreute hingegen mit einer präzisen Interpretation. Scharf akzentuiert, die „kleinen Zellen“ (so Martinů), aus denen die Melodien entstehen. Im zweiten Satz etwa polterte das Piano bleiern schwer, während das Cello sehnsüchtig seine Bögen zog. Die glockenähnlichen Klavierklänge im dritten Satz wiederum wurden regelrecht von den Pizzicati der Violine zerschnitten, bevor man im jazzigen Finale zu einem harmonischen Abschluss fand.

Beethovens Trio in Es-Dur (op. 70/2) litt hingegen unter der Unruhe, die durch das stete Vorwärtsdrängen des Pianisten entstand. Lediglich im „Allegretto grazioso“ fand man zu einer ausgeglichenen Haltung, die sich auch in der gut ausbalancierten Dynamik widerspiegelte.

Dvořáks f-Moll-Trio stimmte dank subtiler Übergänge dann versöhnlich. Der oft geradezu spielerische Ton setzte sich in der Zugabe mit der entzückenden Adaption von Rodion Schtschedrins „Spielen wir eine Oper von Rossini“ fort.

Das Altenberg Trio im Musikverein: 23. 11., 20. 2., 13. 3., 29. 5. (esa)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2017)

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