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Mozart war Spitzenverdiener, kein armer Schlucker

06.04.2010 | 10:37 |   (DiePresse.com)

Das musikalische Genie verdiente außergewöhnlich gut, haben Forscher nun herausgefunden. Umgerechnet 150.000 Euro bekam Mozart im Jahr, doch er verprasste das Geld. Allein 17 Prozent gab er für Trinkgelage aus.

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Mozart war keinesfalls ein armer Schlucker, das Musikgenie hat aber weit über seine Verhältnisse gelebt. Das weist ein Forscherteam um den Salzburger Autor und Mozartforscher Günther G. Bauer nun nach. In akribischer Recherchearbeithaben sie Mozarts finanzielle Verhältnisse beleuchtet, nachzulesen in "Mozart. Geld, Ruhm und Ehre". Am 10. April stellt Bauer seine bereits im vergangenen Jahr erschienene Arbeit in der Salzburger Stadtbibliothek vor.

Fünf Jahre hat das 24-köpfige Team führender internationaler Mozartforscher - von Salzburg und Wien über Zürich bis Tokio - die Finanzen von Mozart in dessen Wiener Jahren (1781-1791) bestmöglich auf Kreuzer und Pfennig recherchiert und nachgerechnet. Das Ergebnis: "Er war doppelt so reich, als man bisher wusste. Er hatte in dieser Zeit ein Jahreseinkommen von durchschnittlich 5.000 Gulden", sagt Bauer. Die Umrechnung früherer Währungen ist problematisch, aber laut Bauer könnten dies heute bis zu 150.000 Euro sein.

Haydn bekam nur 2000 Gulden

Zum Vergleich: Joseph Haydn habe bis 1790 ein Jahresgehalt von 2000 Gulden bekommen, ein Universitätsprofessor 300, ein Schulmeister 22 und Mozarts Dienstmädchen gar nur 12 Gulden, schreibt Bauer in seinem Buch.

Dass Mozart doch nicht so arm war, wie man ihn in Legenden gerne darstellt, behaupteten auch andere Forscher schon. Mangels Belegen waren die Ergebnisse aber meist wenig überzeugend. Bauer kam nun der Zufall zu Hilfe: Vor fünf Jahren stolperte er über eine "Rechnungstafel für Beamte", die detailliert die Kosten für ein standesgemäßes Leben in Wien 1788 vorrechnete. Dies übertrugen Bauer und sein Team auf Mozart.

17 Prozent des Gehalts für Trinkgelage

Penibel recherchierten sie die Kosten von Mozarts Alltagsleben - von großen Posten wie Wohnungen, Instrumente, Möbel, exquisite Kleider oder seinen Reisen bis zu vermeintlichen Kleinigkeiten wie Ausgaben für Kerzen, tägliche Kutschfahrten, Notenpapier, Briefpapier, Porto und wie viel ihn das Markgrafenpulver kostete, das er gegen Erkältungen nahm. Auf der Habenseite wiederum erforschten sie detailliert, wie viel Mozart wirklich einnahm mit seinen Kompositionen, Konzerten, Unterricht und Geschenken seiner adeligen "Fans".

Dabei entdeckte das Team "über 100 neue Dokumente zur Mozartforschung", wie Bauer betont, "auf die haben wir dann aufgebaut". So zum Beispiel zwölf Preislisten, darunter die des Schneiders und des Weinhändlers, die beide in Mozarts Haus ihr Geschäft hatten: "Das heißt, ich weiß genau, was er für eine Flasche Champagner bezahlen musste, für eine Flasche Tokajer und für einen Krug Bier." Für Trinkgelage gab das Komponist immerhin 17 Prozent seines Geldes aus.

Große Wohnung mit sieben Zimmer und Stall

So entpuppte sich beispielsweise auch die laut Bauer bis dato "billige armselige Vorstadtwohnung", in der unter anderem die Jupiter-Symphonie entstand, als komfortable Sieben-Zimmer-Wohnung mit zusätzlichem Stall für zwei Pferde.

Das Bild vom "armen Mozart" stimmt also nur insoweit, als dass "Wolferl" mit seinem vielen Geld nicht auskam: "Mozart hat sein Geld verlebt in einem eigentlich aristokratischen Lebensstil, der ihm nicht zugestanden ist", erläutert Bauer. Glücklicherweise ging er aber mit seinem musikalischen Genie genau so verschwenderisch um. So schreibt Bauer: "Das tun manche von uns Nachgeborenen auch. Allerdings ohne ein riesiges musikalisches Werk voll ewiger Schönheit zu hinterlassen."

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(Ag.)

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16 Kommentare
Gast: woferl
11.04.2010 11:18
0 0

in Eyl

Lorenz ist mein liebster theuerster Freund und der bauer ist ein erz=spitzbub

Antworten Gast: Stazerl
11.04.2010 12:39
0 0

Re: in Eyl

Spannend! Weiß man auch, ob Mozart bisexuell war?

Gast: gast
11.04.2010 09:58
0 0

schlafen ist wichtiger!


Gast: Dan Cooper
10.04.2010 12:03
0 0

Die Forschung zu Mozarts 7-Zimmer-Wohnung im Jahr 1788

wurde bereits im Juni 2009 vom Wiener Mozart-Forscher Dr. Michael Lorenz im Internet veröffentlicht:

http://homepage.univie.ac.at/michael.lorenz/alsergrund

Bauers Erkenntnisse scheinen doch nicht alle so neu zu sein, wie er jetzt behauptet.

Antworten Gast: Amadillo
13.04.2010 10:04
0 0

Re: Die Forschung zu Mozarts 7-Zimmer-Wohnung im Jahr 1788

Bauer ein Plagiator? Steil!

0 0

Bauer teilt uns unter eitelstem Getöse erneut mit,

was seit über 50 Jahren allen (außer ein paar Journalisten) bekannt ist: dass Mozart nicht arm war. Bauers "24-köpfiges Team von Spitzenforschern" ist eine Fiktion. Bauer plagte Hinz & Kunz mit Anfragen und alle, die antworteten, wurden kurzerhand in ein "Team" befördert, das von Generalissimus Bauer zu uralten Weisheiten geführt wurde. Die "Rechnungstafel für Beamte" ist als Quelle nicht ausreichend. Um die Lebenshaltungskosten der Mozartzeit seriös zu erfassen, bräuchte es jahrelange Arbeit in den Wiener Archiven. Dort hat man Bauer jedoch noch nie gesehen.

Antworten Gast: Citoyen
23.04.2010 14:14
0 0

Re: Bauer teilt uns unter eitelstem Getöse erneut mit,

Ich habe mich erkundigt. Bauer hat in keinem großen Wiener Archiv einen Benutzerbogen. Solche Leute kann man nicht ernst nehmen.

Gast: Dativ
08.04.2010 07:14
0 0

vor allem fehlt ein N

Sollte es nicht besser heissen "Wohnung mit sieben Zimmern".Klingt irgendwie besser.

Gast: Mahlzeit!1
07.04.2010 23:03
0 0

Für Trinkgelage gab das Komponist immerhin 17 Prozent seines Geldes aus.

Wer ist der Rezensent? War er/sie betrunken?

Woda
07.04.2010 11:37
1 0

Ohne worte

"Mozart hat sein Geld verlebt in einem eigentlich aristokratischen Lebensstil, der ihm nicht zugestanden ist"

Antworten Gast: alpha
12.04.2010 13:48
0 0

Re: Ohne worte

ahnungslos? mozart war adeliger! vom papst geadelt!

Gast: Alter.Kämpfer
06.04.2010 19:29
0 0

Armselig

Der sogenannte Mozartforscher Günther G. Bauer leidet wohl auch an Arbeitsmangel. Ein Geniestreich von Mozart ist mehr wert als die ganze Kleinkrämerei von Bauer!

1 0

Auch W.Faymann unterbezahlt -

In 350 Jahren wird es eine Meldung geben, wonach Forscher herausgefunden haben, dass auch unser Werner Faymann (Lieblingsvolksbundeskanzler) unterbezahlt ist.

Für das, dass er 8 Mio Menschen vertritt, bekommt er nur einen Symbolischen Betrag.

Antworten tipman
06.04.2010 17:28
1 0

Re: Auch W.Faymann unterbezahlt -

Schön wär's wenn er ein paar Tausend Leute vertreten würde...

harpo
06.04.2010 12:19
1 0

oder Nana Mouskouri

"Weisse Rosen aus Athen" etc.
Geschätztes Vermögen 100 Mio EUR

Gast: Agung
06.04.2010 11:59
2 0

Spitzenverdienst ?

Bis zu 150.000 Euro pro Jahr das steckt heutzutag eine Britney fuer nen einzigen Gig ein.
Oder wie waers mit Madonna : bis dato ca. 850 Millionen US$ eingenommen. Das haette der gute W.A. knappe 600 Jahre komponieren muessen. Vom Kuenstlerieschen Anspruch mal ganz abgasehen. Also, armer Mozart !

Sinkothek

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