Wiener Staatsoper: Jugend allein reicht nicht bei „La Bohème“

Puccinis Oper wurde szenisch aufgefrischt, blieb stimmlich aber weitgehend unauffällig. Dass Franz Welser-Möst ans Pult des wachsamen Orchesters trat, war wohl in erster Linie als politisches Bekenntnis zu verstehen.

Schließen
(c) Wiener Staatsoper (Michael Pöhn)

Zeffirellis „Bohème“-Inszenierung gilt nicht nur vielen Wiener Opernfreunden als sakrosankt: 1963 unter Karajan von der Scala übernommen, ist sie längst zum Inbegriff eines Bilderbuchstils am Schnittpunkt von Opulenz und Realismus geworden. Am zweiten Abend seiner Direktion bot Dominique Meyer eine Wiederaufnahme der Produktion, ließ dafür die durch 382 Aufführungen ramponierte Ausstattung in Teilen restaurieren und allerlei zuletzt oft gestrichene Statisterie wieder einstudieren – ein diplomatischer Coup, mit dem er nicht nur den Traditionalisten ein beruhigendes „Fürchtet euch nicht!“ zuruft (nämlich vor einer Neuinszenierung), sondern auch der Fantasie des Regisseurs gebührenden Respekt erweist.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter
  • 1 Bild

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2010)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen