Sternstunden mit Mahler und Berlioz

Jansons, Thomas Hampson und die Wiener Philharmoniker glänzten im Musikverein.

Sternstunden Mahler Berlioz
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Sternstunden Mahler Berlioz
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Von wegen unglückliche Liebe! Wie man in Musik gegossene Liebesnöte dem Publikum so serviert, dass es die wahre Freude ist, zeigten die Wiener Philharmoniker unter Mariss Jansons sowie Bariton Tomas Hampson. Da wäre einmal der schmachtende „Fahrende Geselle“ Gustav Mahlers, sein früher Liederwurf, in dem er vier eigene Texte zu einer Art Fin-de-siècle-Winterreise vertonte. Thomas Hampson war ganz und gar dieser Geselle und erwies sich als derzeit einsamer Meister in diesem Metier: artifiziell differenziert von zartest gehauchter Poesie bis zum starken Aufbäumen, mit exemplarischer Textdeutlichkeit.

Schon dabei waren ihm die Philharmoniker hervorragende Begleiter, bei der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz waren sie überwältigend. Wie oft gerät dieser Liebesalbtraum zum hohl krachenden Effektstück! Nicht so bei Jansons. Er ließ das Orchester die üppig florierenden Fantasien von Berlioz nacherzählen, strich die ungeheure Orchestrierungskunst, die Verwebung der vielen Themen heraus und ließ damit ahnen, wie gewaltig neu das einst gewirkt haben muss. Dabei vernachlässigte er nie den Erzählfluss, baute Spannungsbögen und setzte Höhepunkte so souverän, dass man unentrinnbar in diesen symphonischen Koloss hineingezogen wurde. Das so grandios beschenkte Publikum schloss sich den von Hampson und dem Orchester angestimmten Geburtstagswünschen für Jansons herzlich an. mus

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2011)

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