19.06.2013 16:40 Merkliste 0

Die Wiener Staatsoper wird zur Disco

11.05.2012 | 15:48 |   (DiePresse.com)

In der Oper findet erstmals ein Electroevent statt. Mit DJs, Tanzfläche und Projektionen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

[Wien/Win] Eigentlich kennen wir sie von gediegeneren Veranstaltungen: Von „Lohengrin", „La Traviata" und natürlich vom Opernball, der einmal im Jahr die heimische Society ins Rampenlicht rückt. Doch am 7. Juli wird alles anders. Erstmals in der Geschichte findet dann in der Wiener Staatsoper ein Elektroevent statt. „Electr.Oper" - von „Electronic Oper" - heißt das Fest, das von den Vier, die hinter dem Electroclub „Grelle Forelle" stehen, veranstaltet wird.

Und die haben sich einiges ausgedacht: Für die Electr.Oper werden Carl Craig, Moritz von Oswald und Pianist Francesco Tristano auf der Bühne stehen. Sie werden Detroit Techno mit klassischen Klängen vermischen. Danach findet der Rebel Rave (u.a. mit Jamie Jones) statt, natürlich begleitet von Lichtinstallationen
Die Electr.Oper ist Teil des Jazz Fest Wien. Damit die 2.400 Gäste Platz haben wird die Oper adaptiert. Der Zuschauerraum ist gesperrt. Die DJs stehen zwar auf der Bühne, allerdings mit Blick zur Hinterbühne, die als Tanzfläche dient. „Turbo-Projects suchte die ausgefallenste Location für ihr Konzept", sagt Carla Jahn, Sprecherin der „Grellen Forelle" und der dahinter stehenden Firma Turbo-Projects. Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, sei dann auch gleich begeistert gewesen: „Auch wenn ich mir vor dem Treffen fest vorgenommen habe, abzusagen", erzählt Springer. Das Konzept hätte ihn dann überzeugt.

Gänsehaut-Feeling

Mit dem Electr.Oper hofft die Staatsoper auch jüngeres Publikum zu bekommen. „Da gibt es sicherlich eine große Schwellenangst", sagt Fritz Thom, Chef des Jazz Fest Wien, der geholfen hat, das Projekt zu planen. Was er nicht verstehen kann: „Auch die Oper erzeugt Gänsehaut." Gänsehaut-Feeling erhofft er sich auch von der Electr.Oper. Immerhin soll der Fokus nicht auf Party, sondern dem künstlerischen Aspekt liegen. Läuft das Event gut, schließt die Staatsoper eine Wiederholung nicht aus. Auf die Oper als neue Clubbing-Location dürfen sich Besucher aber nicht freuen: „Das wird es hier nicht geben", sagt Springer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

14 Kommentare
Gast: Traurig
25.05.2012 09:45
0 0

Wow was für ein Konzept..

Wow was für eine Idee, Wow wie traurig ...

Gast: musik
13.05.2012 21:42
0 0

gute idee

an sich eine gute idee, denn die meisten, so wie ich es hier lese, wissen nicht was carl graig für ein programm spielt. nähmlich eine fusion aus techno und klassik. schade, dass dort dann leute sind, die das nicht verstehen.
wenn es preislich angemessen ist, auf jeden fall ein pflichttermin.

Gast: Glücksritter
12.05.2012 17:51
0 2

als Nächstes:

Wettbrunzen im Stephansdom fehlt noch. Wer den Hochaltar trífft bekommt den Festwochenpreis.

Das Publikum.

Ich habe nichts gegen Elektro Musik, auch ein gepflegtes Bier trinke ich sehr gerne. Aber bitte alles auf seinen richtigen Platz. Die Oper ein Prachtgebäude, ein Ausstellungsstück von Wien. Ich befürchte das in einigen Jahren auch diese Haus an Glanz und Ruhm beraubt wird wie so viele andere Prachtbauten und alles im Name der Modernität.

Gast: Ed O'Neilen
11.05.2012 23:58
1 0

Endlich

Endlisch schafft jemand das, was die Staatsoper seit Jahrzehnten nicht schafft: Zeitgenössische Musik in diese Hallen zu bringen, wie es an diesem Haus dich selbstverständlich sein sollte ;-)

Antworten Gast: yoshi1
12.05.2012 12:48
1 0

Re: Endlich

Sie wissen aber was Electro ist, ja? ;-)

Antworten Antworten Gast: Crisch
09.06.2012 20:03
0 0

Re: Re: Endlich

wissen sie was electro ist? nein?

Gast: Violetta
11.05.2012 22:27
1 0

Ich freue mich auf den Rauch und auf den Dreck! Yuhuuuuuuu!!! Sempre Libera!!!


Gast: Buffy die Bierwampenjägerin
11.05.2012 22:12
0 0

Aha...

Wird das Bier dort dann auch so um die 5€ kosten, wie in der grellen Forelle?

Antworten Gast: getränkepreis
11.05.2012 22:33
0 0

Re: Aha...

...wäre ein traum! wer mit den kantinenpreisen der oper vertraut ist würde sich darüber freuen. andererseits: ein billiger suff ist wohl nicht das ziel dieser veranstaltung...

Gast: Wilhelm H.
11.05.2012 21:41
5 0

Wertvoll

Viele Wissenschafter und Musiker, darunter Michael Tilson Thomas sind davon überzeugt, dass sich der Musikgeschmack der Menschheit nicht nur über Generationen kulturell bedingt verändert, sondern auch biologisch weitervererbt wird.

Aufgrund der Zeitspanne dieses Prozesses, werden neue Genres von vielen auch deshalb abgelehnt, weil sie biologisch nicht dazu in der Lage sind solche wertzuschätzen.

Vor einigen Jahren noch, wäre es unerhöhrt gewesen Jazz in der Staatsoper zu spielen, heute ist das eine Selbstverständlichkeit. Mit manchen Facetten elektronischer Musik wird es sich zweifellos ähnlich verhalten, freilich nur dann wenn es gelingt die Musik von einem bestimmten Milieu zu unterscheiden, wie damals beim Jazz.

Jenen, die dieses Projekt verfolgen möchte ich meine Hochachtung aussprechen. Hinter dem ordinären Begriff "Turbo" verbrigt sich offenbar ein Projekt mit Tiefgang.

Vielleicht trägt dieser Zugang auch dazu bei unsere hochgeschätzen Ensembles und Häuser aus den roten Zahlen zu Befeien.

Antworten Gast: mlash
13.05.2012 19:45
0 0

Re: Wertvoll

interessanter kommentar. quelle dieser biologischen Vererbung des Musikgeschmacks würd mich interessieren. würd doch eher sagen, dass das kulturell/geistig weitervererbt wird. und bei einigen der kommentatoren oben dürften da wohl gewisse entwicklungen in der familie hängen geblieben sein...

Re: Wertvoll

Es trägt nur dazu bei ein Brachtgebäude und Ausstellungsstück zu ruinieren.

Gast: jessass
11.05.2012 16:08
2 0

omg

das ist der untergang des abendlandes hihi

Sinkothek