Opéra de Paris: Ein Bagatell-Faust in der maroden großen Welt

Luca Francesconi hat es mit "Trompe-la-mor" gewagt, Balzacs vielbändige "menschliche Komödie" auf zwei Opernstunden zu reduzieren und schuf eine durchaus spannende, bunte Szenenfolge um einen neuen Mephisto.

 Vor einer geschmäcklerischen Bildkulisse: Francesconis Kabarett-Terzett der Spione.
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 Vor einer geschmäcklerischen Bildkulisse: Francesconis Kabarett-Terzett der Spione.
Vor einer geschmäcklerischen Bildkulisse: Francesconis Kabarett-Terzett der Spione. – (c) Opéra de Paris

Aus Wiener Perspektive betrachtet, hatte diese Premiere etwas von einem Versuch, Heimito von Doderers „Strudlhofstiege“ musiktheatralisch auf zwei Stunden Spielzeit zu kondensieren. Aber, genau genommen war ja schon Honoré de Balzacs Projekt einer auf mehr als zehn Dutzend Bände angelegten „Menschlichen Komödie“ der Inbegriff künstlerischer Hybris. Also darf vielleicht auch ein Komponist versuchen, einige wenige Figuren aus Balzacs mehr als tausendköpfigem Personenverzeichnis auf die Opernbühne zu holen und jeweils auf ihre Essenz zu reduzieren.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2017)

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