Diese CD dokumentiert klingend eine Episode der Wiener Musikgeschichte. Ein Student namens Gustav Mahler war Zeuge der Uraufführung von Anton Bruckners Dritter Symphonie durch die Wiener Philharmoniker. Einer der Schandflecke der heimischen Historie: Damals verließ das Publikum scharenweise den Großen Musikvereinssaal und ließ die Musiker sowie den zutiefst getroffenen Komponisten beschämt zurück. Nur eine Handvoll Aufrechter versicherte Bruckner damals, ein Meisterwerk geschaffen zu haben, darunter der enthusiastische Mahler, der anbot, einen Klavierauszug der Symphonie zu erarbeiten. Gesagt, getan – die Welt kam in den Genuss einer Gemeinschaftsarbeit der beiden letzten großen Symphoniker der Romantik. Mahler erhielt dafür das Manuskript der ersten drei Sätze der Orchesterpartitur – und Marialena Fernandes und Ranko Markovic haben die Klavierfassung nun aufgenommen und im Verein mit Franz Liszts eigener Transkription seiner Tondichtung „Les Préludes“ auf CD gebannt.
Fernandes/Markovic: Mahlers Bruckner
27.09.2012 | 18:03 | Von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse)
Diese CD dokumentiert klingend eine Episode der Wiener Musikgeschichte.
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