Albert Hosp ist fraglos einer der kundigsten und originellsten Musikvermittler, die es heute gibt. Jetzt hat er nach langer Radioerfahrung ein Kompendium der Klassik kuratiert. Dergleichen wird gern ventiliert, selten in Angriff genommen und gelingt noch viel seltener, weil der Begeisterte angesichts des Materialüberflusses leicht verzweifelt.
Hosp löst es auf kluge Weise, indem er Doppel-CDs zu jedem Komponisten gestaltet, deren erste grelle Schlaglichter auf
Details aus dem Œuvre-Katalog wirft und die zweite einem speziellen Bereich 70 Minuten Hörraum verschafft. Bei Mozart spannt sich der Bogen von der „Sinfonia Nr 1“ über „Komm lieber Mai“ zur Jupiter-Symphonie und der „Zauberflöte“ – und lässt uns mit auf Originalinstrumenten musizierten Streichquintetten ins Labyrinth der späten Mozart’schen Kammermusik eindringen. Wer da nicht drin gefangen bleibt, dem ist mit Klassik vermutlich wirklich nicht zu helfen.
Klassikkompendien
16.02.2012 | 15:45 | Von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse - Schaufenster)
Albert Hosp ist fraglos einer der kundigsten und originellsten Musikvermittler, die es heute gibt.
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