Als alter Mann brach Vladimir Horowitz den Bann, den er – wie viele jüdische Künstler – selbst gesprochen hatte. Er kam nach Deutschland zurück, und gastierte einmal auch noch im Goldenen Wiener Musikvereinssaal. Das Konzert wird nicht vergessen, wer dabei war. Kameras und Mikrofone haben es festgehalten und auch nach einem Vierteljahrhundert hört man dem Mann nicht zu, ohne bewegt zu sein.
Die Schlichtheit und Klarheit seines Spiels bezwingt bei Chopin und Liszt, vor allem aber auch bei Mozart und Schubert – unauslöschlich der Eindruck des Abendsegens der nahen Karlskirche während des Ges-Dur-Impromptus (noch dazu in der Tonart beinah präzis abgestimmt . . .) Sony hat die späten Videos von Horowitz gesammelt und in einer Kasssette auf sechs DVDs neu ediert, die Gastspiele in London und Moskau darunter – mit den berühmten Tränen bei Schumanns „Träumerei“, die allerdings anderes als musikalische Rührung verursacht haben könnte. Das deutsche Paradestück läuft im Stalingrad-Museum auf Endlosschleife . . .
Vladimir Horowitz - "The Video Collection"
05.04.2012 | 17:19 | von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse - Schaufenster)
Horowitz
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Vladimir Horowitz - "The Video Collection" (Sony)
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