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Sternstunde: "Massenet Werther"

02.12.2010 | 15:06 |  von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse - Schaufenster)

In Paris war dieser „Werther“ sogleich Legende.

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Jonas Kaufmann und Sophie Koch als Werther und Charlotte in einer zwar modisch, aber geschmackvoll ausgestatteten, von Benoît Jacquot stimmungsvoll inszenierten Aufführung von Massenets Goethe-Oper. Die DVD der Produktion aus der Bastille-Oper lässt tatsächlich subtile vokale Gestaltungskunst hören, wie sie in lauten Zeiten wie diesen rar ist. Sophie Kochs Mezzo ist von bezaubernd-samtiger Schönheit. Ihre Expressivität ist eine der leisen, faszinierend kolorierten Töne. Kaufmanns Piano-Technik kommt bei dieser Musik ideal zur Entfaltung. Selbst die sonst gern attackierten Passagen seiner Partie singt er voll Noblesse. Ein introvertiertes Liebespaar, wie es im Büchel steht – vielleicht nicht ganz bei Goethe, aber in französischen Romanzen jedenfalls. Das ist es, was Massenet komponiert hat. Leidenschaftlicher könnte es im Orchestergraben zugehen: Michel Plasson beschränkt sich aufs Organisieren.

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