Vereinzelt gab es Unmut im Vorfeld, weil eine scheinbar wichtige Protagonistin abgesagt hatte. Doch sobald Christian Thielemann den Taktstock hob, war in der Dresdner Semperoper jeglicher Einwand weggefegt: Das
Silvesterkonzert 2011 funktionierte auch mit Angela Denoke und Piotr Beczala als Solisten perfekt, und die Staatskapelle übertraf sich in Sachen Klangschönheit.
Der tenorale Schmelz Beczalas kommt wunderbar zum Tragen, wenn er Tauberlieder anstimmt. Aber auch ohne Singstimmen wird hier cantabilisiert, dass es eine Freude ist. Zuletzt kommen sogar Straus und Strauß ins Spiel, Oscar und Johann, sehr zur hörbaren Freude des Publikums – und mancher Wiener Zaungast wird bedauern, dass der Kapellmeister aus Berlin, der sich so gut auf die leichte Musik versteht, für die kommenden Jahre als Neujahrsdirigent in Wien nicht infrage kommt. Die Dresdner werden auf ein solches Silvestervergnügen in Thielemanns Amtszeit nicht verzichten wollen.
Léhar-Gala aus Dresden mit Christian Thielemann
09.02.2012 | 15:32 | von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse - Schaufenster)
Silvester mit Thielemann
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