Wien/St. Martin im Burgenland. Walter Pichler war nicht nur Künstler. Er war nicht nur Architekt. Nicht nur ein großer Bildhauer. Walter Pichler war Weltenschöpfer. Er baute in St. Martin im Burgenland nicht nur archaische Figuren, nicht nur eigene Behausungen, Tempel für sie. Er baute an einer Gegenwelt, die den Schmerz der Menschheit zu fassen hatte.
Am Montag ist Walter Pichler gestorben und mit ihm einer der großen Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. 1936 in Südtirol geboren, begann er seine Karriere 1963 in der Galerie nächst St. Stephan gemeinsam mit Hans Hollein. Er baute futuristische „Prototypen" für eine Zukunft, die mittlerweile längst eingetreten ist. 1967 bereits hatte er eine Ausstellung im MoMA New York. In den vergangenen Jahren lebte er zurückgezogen in seinem Gesamtkunstwerk im Burgenland. Er wurde nur 75 Jahre alt. Eine Würdigung folgt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2012)
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