Ai Weiwei ist mit seiner Klage gegen eine Steuerstrafe in Millionenhöhe gescheitert. Das Gericht im Pekinger Bezirk Chaoyang bestätigte am Freitag ein Urteil der Steuerbehörde, wonach die von ihm gegründete Firma Fake Cultural Development 15,22 Millionen Yuan (1,9 Millionen Euro) nachzahlen muss. Der 55-jährige Künstler und Regimekritiker hat wegen unrechtmäßiger Ermittlungen Klage eingereicht, er hält die Strafe für politisch motiviert. Ai Weiwei konnte an der Verhandlung nicht selbst teilnehmen. Sicherheitskräfte haben ihn daran gehindert, das streng bewachte Gerichtsgebäude zu betreten. Sein Rechtsanwalt kündigte an, das Urteil anzufechten.
Gegen den Künstler laufen weitere Ermittlungen: So wird ihm vorgeworfen, Pornografie im Internet verbreitet zu haben. Hintergrund könnte ein Kunstfoto sein, das ihn inmitten von nackten Frauen zeigt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)
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