Was bleibt, wenn am Sonntagabend nach 100 Tagen die Tore der documenta (13) in Kassel geschlossen werden? Ein positiver Eindruck, da sind sich viele Experten einig. Die 13. Ausgabe der weltweit wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst erwartet einen Besucherrekord. Nach genau 50 Tagen waren es mit rund 378.000 Kunstfreunden deutlich mehr gewesen als zur Halbzeit der 12. Ausgabe. Zu den Gesamtbesucherzahlen wollte sich die documenta vorab allerdings nicht äußern.
Der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev sei es gelungen, "ein gutes Spannungsverhältnis" zwischen übergreifenden aktuellen Themen und der Kunst herzustellen, sagte Markus Brüderlin, Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" ("HNA"). "Die documenta ist zu glatt und zu glitschig", bemängelte dagegen Kunsthistoriker und Bestsellerautor Christian Saehrendt.
Erinnerungsstücke
Ein paar Kunstwerke werden nicht abgebaut: Die Stadt Kassel kauft unter anderem Teile der Installation "What Dust Will Rise?" des US-Amerikaners Michael Rakowitz, Drucke des libanesischen Künstlers Walid Raad sowie Masken aus dreidimensionalem Pulverschichtdruck der Berliner Künstlerin Judith Hopf. Auch die beiden 2011 gepflanzten Apfelbäume dürfen wohl weiter in der Karlsaue wachsen. Möglich ist, dass weitere Werke der Stadt durch Schenkungen, Spenden, Sponsoren oder Stiftungen erhalten bleiben. Der Hund mit dem pinkfarbenen Bein übrigens, der es auf der documenta zu Weltruhm brachte, soll nach der Kunstausstellung wieder ein normales Hundeleben führen. Es seien bislang keine weiteren Einsätze für die Hundedame "Human" und den Welpen "Señor" für Kunstwerke geplant, sagte Besitzer Marlon Middeke.
Neues personal gesucht
Wenn nach genau 100 Tagen am 16. September die Kunstausstellung documenta in Kassel endet, laufen bereits die Planungen für die nächste Schau im Jahr 2017. "Ziel ist, die neue künstlerische Leitung Anfang 2014 zu berufen", sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Derzeit werde ein Vorschlag für die personelle Zusammensetzung einer international besetzten Findungskommission erarbeitet. Diese schlage dann die neue künstlerische Leitung vor. Zudem muss ein neuer Geschäftsführer gefunden werden. Bernd Leifeld, der vier documenta-Ausstellungen verantwortet hat, steht dann nicht mehr zur Verfügung. Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt.
(APA/dpa)
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