Der seit vier Jahren in den USA inhaftierte Ex-Investmentmanager Alberto Vilar, der sich zuvor auch in Österreich als Kunstmäzen engagierte, wird freigelassen. Das entschied am Dienstag das zuständige Bundesberufungsgericht in New York. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Vilar gegen das Urteil Berufung eingelegt. Seine Anwälte forderten kurz danach seine Freilassung während des Berufungsverfahrens. Doch die Staatsanwaltschaft widersprach mit der Begründung, bei Vilar bestünde Fluchtgefahr. Das Berufungsgericht zeigte sich anderer Meinung.
Vilar, der am Donnerstag sein 72. Lebensjahr beendet, war im Jahr 2005 wegen Betrugs an Investoren verhaftet worden. Nach einem acht Wochen dauernden Prozess im Jahr 2008 wurde er von einer Jury in allen 12 Anklagepunkten für schuldig gesprochen und danach zu neun Jahren Haft verurteilt. Er sitzt seine Strafe in der Haftanstalt Fort Dix im Staat New Jersey ab. Das Berufungsgericht beauftragte Richter Sullivan, die Konditionen während des Berufungsverfahrenes festzulegen. Das Verfahren selber könnte Monate in Anspruch nehmen.
Holender setzte sich für Vilar ein
Vilar war unter anderem Sponsor der Bayreuther und Salzburger Festspiele sowie der Staatsoper in Wien, des Festivals Baden-Baden, der Metropolitan Opera in New York und des Royal Opera House in London. Seine Spenden sollen sich weltweit auf rund 225 Millionen Dollar (180 Mio. Euro) belaufen haben. Aus Dank für seine großzügigen Spenden hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies.
(APA)
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