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Niederlande: „Meisterhafter“ Raub in Millionenhöhe

16.10.2012 | 18:10 |  von unserem Korrespondenten Helmut Hetzel (Die Presse)

Aus der Rotterdamer Kunsthalle wurden sieben bekannte Gemälde gestohlen. Trotz Alarmanlage kam die Polizei zu spät. Die Täter könnten Auftragsdiebe sein, oder Lösegeld erpressen wollen.

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Rotterdam/Den haag. Dienstagfrüh gegen drei Uhr schrillte die Alarmanlage in der Rotterdamer Kunsthalle. Doch die Polizei kam zu spät. Als sie eintraf, konnte sie in einem der Ausstellungssäle der Rotterdamer Kunsthalle nur noch leere Wände sehen. Sieben weltbekannte Gemälde waren weg – und mit ihnen die Diebe.

Gestohlen wurden „Tête d'Arlequin“ von Pablo Picasso (1971), „La Liseuse en Blanc et Jaune“ von Henri Matisse (1919), „Waterloo Bridge, London“ und „Charing Cross Bridge, London“ von Claude Monet (1901), „Femme devant un Fenêtre ouverte, dite la Fiancée“ von Paul Gauguin (1888), ein Selbstporträt von Meyer de Haan (1889) und „Woman with Eyes Closed“ von Lucian Freud (2002). Die Diebe waren Kenner, wahrscheinlich klauten sie auf Bestellung.

Schaden für Privatstiftung

„Die Werke sind von unschätzbarem Wert, der in die Millionen geht“, sagte Wim van Krimpen, ehemaliger Direktor der Rotterdamer Kunsthalle, im niederländischen Radio 1. Die Bilder waren in Privatbesitz und wurden von der Kunsthalle anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums ausgeliehen. „Die Gemälde sind aber so bekannt, dass die Diebe sie nicht verkaufen können.“

Die gestohlenen sieben Gemälde gehören der „Triton Foundation“. Die Stiftung besitzt eine Sammlung von rund 250 weltbekannten Gemälden berühmter Maler aus der Periode zwischen 1860 und 1970 sowie einige moderne Werke, wie die von Lucian Freud. Es ist eine Privatsammlung, die von dem Rotterdamer Hafenbaron Willem Cordia aufgebaut wurde. Cordia, der im vergangenen Jahr starb, und der ein Vermögen von schätzungsweise 350 Millionen Euro hinterlassen hat, brachte seine private Gemäldesammlung vor seinem Tod in die Triton-Stiftung ein.

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Sieben wertvolle Gemälde sind bei dem Kunstraub in Rotterdam gestohlen worden, darunter Bilder von Pablo Picasso, Paul Gauguin und Claude Monet. Die Polizei geht von einer gut geplanten Aktion aus.

„Ich bin geschockt. Das ist ganz schön heftig“, kommentierte die amtierende Direktorin der Rotterdamer Kunsthalle, Emily Ansenk, den spektakulären Raub aus dem von ihr geleiteten Museum. Ansenk befindet sich derzeit nicht in den Niederlanden, will aber heute, Mittwoch, zurück in Rotterdam sein, um die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen und sich persönlich ein Bild von diesem spektakulären Kunstraub machen zu können.

„Die gestohlenen Gemälde sind so gut wie unverkäuflich“, meint indes Job Ubbens, Direktor des Versteigerungshauses Christie's in Amsterdam. Seine Erklärung: „Niemand will mit diesen gestohlenen Gemälden in Verbindung gebracht werden.“ Er vermutet, dass „die Gemälde im Auftrag von jemandem gestohlen worden. Dann könnten sie künftig in der Villa des Auftraggebers an der Wand hängen und wir bekommen sie nie wieder zu sehen“, sagt der Kunstfachmann.

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Lösegeld für Kunstwerke?

Ubbens schließt aber auch nicht aus, dass die Diebe die Gemälde gestohlen haben, um sie gegen Lösegeld zurückzugeben: Erpressung also. „Die Diebe können für diese Gemälde Millionen an Lösegeld fordern.“ Ubbens sagt ferner, dass alle gestohlenen Kunstwerke registriert werden. „Wenn uns bei Christie's gestohlene Kunst zur Versteigerung angeboten wird, dann können wir das schnell feststellen.“

Auf einen Blick

Aus der Rotterdamer Kunsthalle („Kunsthal“) wurden Dienstagfrüh sieben Meisterwerke gestohlen. Bei den Gemälden handelt es sich um Bilder von Pablo Picasso, Henri Matisse, Claude Monet, Paul Gauguin, Meyer de Haan und Lucian Freud. Sie waren im Besitz der Triton-Privatstiftung, die die Gemälde für eine Wechselausstellung an die Kunsthalle verliehen hatte. Der Schaden liegt in Millionenhöhe. Von den Dieben fehlt jede Spur.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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3 Kommentare
Gast: bitteichweisswas
17.10.2012 15:15
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bitte richtig zitieren !!!

"Femme devant un Fenêtre ouverte" - >la fenetre>, das fenster, ist i frz. weibl., daher "devant une fenetre"

Gast: Soweit sind wir schon!
16.10.2012 20:45
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Um Erlaubnis fragen!

Um Erlaubnis Fragen von zum Teil bereits gemeinfreien Photographien der Kunstwerke zum Zweck der Auffindung, ich hoffe das die Abbildungen dazu DRM geschützt sind, und der Kopierschutz so rigide ist, das der Normalbürger außer einem schwarzen Fleck garantiert nichts sieht.

Angesichts dieses ganzen Urheberrechtsdrecks, schon alleine deswegen könnte man ein Verbrechen wie dieses etwas positives Abgewinnen!

Im übrigen das entwenden der Bilder war kein Raub, die nicht rechtmäßige Verwendung der Photos von der Polizei ist sehr wohl ein Raub - Raubkopie, was lernen wir daraus, Diebe die Bilder entwenden sind bei weitem weniger Kriminal in der Rechtssprechung als eine Raubkopierer!

Gast: yoshi1
16.10.2012 17:54
1 0

Auftragstat

Verkaufen dürfte selbst in einschlägigen Märkten nicht möglich sein. Vermutlich erfreut sich die nächsten 30 Jahre irgendein Oligarch oder Scheich an den Bildern..