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Rechnungshof übt heftige Kritik an MAK und Noever

01.11.2012 | 16:56 |   (Die Presse)

Unter dem früheren Direktor des Museums für angewandte Kunst sollen überhöhte Besucherzahlen bilanziert worden und Objekte verschwunden sein. Noever versichert, er könne die „Vorwürfe jederzeit entkräften“.

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185.602 Besucher soll das Museum für angewandte Kunst (MAK) laut eigener Statistik im Jahr 2010 gehabt haben, das ist nicht eben viel. Und fast die Hälfte davon sollen überhaupt keine echten Besucher gewesen sein: 6630 sind über den Personaleingang gekommen, 70.453 im Rahmen von Veranstaltungen. Das ist dem Rechnungshof aufgefallen, er hat es in einem Rohbericht geschrieben, ein Exemplar wurde dem „Kurier“ zugespielt. In ihm findet sich nicht nur die wundersame Besuchervermehrung, sondern auch ein ebenso erstaunlicher Schwund an gesammelten Objekten: Tausende – allein 1600 Asiatika und 2800 aus dem Bereich Metall/Wiener Werkstätte – befinden sich irgendwo, aber man weiß nicht wo, deshalb ist ihr Verbleib oft unter „unbekannt“ verbucht, und der Verlustgrund heißt oft „Sonstiges“. Bei einer Inventur wurden Kisten teils gar nicht geöffnet.

Dafür gibt es in dem Bereich, für den der Rechnungshof zentral zuständig ist, üppige Wachstumsraten: Die MAK-Direktion erhielt 2010 um 58 Prozent mehr Geld als 2001 – der wissenschaftliche Bereich musste sich mit plus 14 Prozent begnügen, die Restaurierung mit plus 2,3 –, die Dienstreisekosten stiegen um 785 Prozent, Direktor Noever selbst war seit 2001 im Durchschnitt 79 Arbeitstage pro Jahr im Ausland – 35,7 Prozent seiner Dienstzeit –, unter anderem 2007 bei einem Abendessen in der MAK-Dependance in Los Angeles: Dort tafelte er mit sieben Gästen und stellte dem MAK anschließend 567 Euro für 58 Flaschen alkoholischer Getränke in Rechnung.

Das erinnert an den Auslöser des Niedergangs des einst längstdienenden Museumsdirektors der Republik: Geburtstagsfeiern für seine Mutter, die er im MAK abhielt und vom MAK bezahlen ließ, Verrechnung von Fahrtendiensten etc. Es summierte sich nach einem Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei PricewaterhouseCoopers auf 173.000 Euro, Noever wurde im März 2011 von Bildungsministerin Schmied fristlos entlassen und hinterlegte als „tätige Reue“ 220.000 Euro, deswegen stellte die Staatsanwaltschaft vor einem Jahr auch ihre Ermittlungen wegen „Untreue“ ein. Nun sind neue Vorwürfe da, allerdings nur in einem Rohbericht des Rechnungshofs.

Noever hat diesen Bericht nach eigenem Bekunden weder zu Gesicht bekommen noch Gelegenheit erhalten, darauf zu reagieren. Er versicherte gegenüber der APA allerdings, er könne die „in der Berichterstattung gegen ihn erhobenen Vorwürfe jederzeit entkräften“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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64 Kommentare
 
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Sozialistische Misswirtschaft sind wir ja

gewohnt! Aber Österreichs Justiz ist fast noch erbärmlicher!

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Akoholische Getränke

58 Flaschen alkoholischer Getränke für sieben Leute sind schon heftig. Aber 58 Flaschen für 567 Euro? War das eine Stehweinhalle?

Gast: Kein Genosse
02.11.2012 12:24
8 0

Wo ist der Staatsanwalt???????????????????

Das Ausmaß, wie sich Peter Noever, der gefeuerte Direktor des Museums Angewandter Kunst, selbst bedient hat, wie er bei den Besucherzahlen geschwindelt hat (wohl um eine Vertragsverlängerung zu erreichen), wie bei ihm mit falschen Belegen gearbeitet worden ist, wie er zehn Jahre lang Geburtstagsfeiern für seine Mutter auf Museumskosten veranstaltet hat und wie Tausende MAK-Objekte einfach verloren gegangen sind, lässt einem den Mund offen stehen. Das alles bei einem Mann, der so viel verdient wie ein Landeshauptmann oder Nationalratspräsident. Was die meisten längst vergessen haben: Noever ist einst von einem Minister Heinz Fischer in sein Amt berufen worden. Und zuletzt wurde sein Vertrag von einer Claudia Schmied verlängert, der er – natürlich ohne jeden Zusammenhang – kurz davor das Büro neu eingerichtet hat. Noever war einst – ebenso natürlich – auch ein lautstarker Vorkämpfer gegen die schwarz-blaue Regierung, mit ekligem linken Kulturkampfgeschwätz: „Bedrückend und dumpf ist die gegenwärtige Atmosphäre, die sich gleichsam im Verlust des Geistes und der Verrohung der Sprache niederschlägt." Solche „Geister“ hätte Österreich schon viel früher verlieren können . . .


Antworten Gast: Dr. Eisendraht
02.11.2012 17:20
3 0

Re: Wo ist der Staatsanwalt???????????????????

Volle Zustimmung! Einem aufmerksamen Beobachter entgeht nicht, dass sich unter "nicht auffindbaren Objekten" u.a. ausgerechnet 1600 Asiatika und 2000 aus dem Umkreis der Wiener Werkstätte um 1900 befinden. Alles ziemlich handlich und bestens als Geschenk geeignet. Allein dadurch ist ein Millionenschaden entstanden. Übrigens: Hat der Noever einen Diplomatenpass?

Re: Wo ist der Staatsanwalt???????????????????

Der Staatsanwalt?
Ja der, der ist schon lange wieder weg, hat ja nichts gefunden. Zumindest lt. Standard v. 22.11.2011 "Untreue-Ermittlungen gegen Ex-Direktor Noever eingestellt"
Na ja, der berüchtigte rote Wiener Filz halt.
Na hoffentlich greift die Justizministerin wieder ein...

Gast: nestor 6679
02.11.2012 10:53
8 0

Ist es eigentlich übertrieben, wenn man bei derartigen Zuständen vom Verdacht auf kriminelle Machenschaften spricht? Oder werden Genossen von den roten PolitikerInnen prinzipiell immer vor allen Vorwürfen geschützt?


Gast: joseph
02.11.2012 10:07
7 0

lächerlich justiz

es fehlen 6000 objekte, noever zahlt 220.000 € wiedergutmachung und alles wird eingestellt.
lächerlich justiz !

6 x vergewaltigung, täter bleibt in freiheit und muss nicht ins gefängnis.
lächerliche justiz !

flöttls computer ist abestürzt, millionen verschwunden.
lächerliche justiz !

geraubtes gold steigt im wert, der verbrecher erhält den mehrerlös ausbezahlt.
lächerliche justiz.

wer richtet die richter ?

l

Gast: Hirmer G
02.11.2012 09:22
6 0

Wien ist ein einziger Sumpf

In dem sich grüne Frösche tummeln.

Antworten Gast: short list
02.11.2012 09:36
1 0

Re: Wien ist ein einziger Sumpf

Was insofern kompletter Unsinn ist, als es der Hartnäckigkeit der Grünen zu verdanken ist, dass Noever gehen musste.
Aber schon klar: warum sich informieren, wenn man auch ohne Kenntnis posten kann.

Gast: Vogt K
02.11.2012 09:19
6 0

Die Schmied und ihre Haberer

Was soll da besseres herauskommen!

4 0

Unsere Museen, das sind bodenlose Fässer:

Unfinanzierbar ist aber nicht "die Einrichtung" als solches, es sind die unfähigen und abgehobenen Manager, die sich aus der "High S." "rekrutieren" und sich von Funktion zu Funktion über Unfähigkeit und Einfalt höher strampeln!
.
Ist's nicht mehr auszuhalten, gibt einen hoch dotierten Rücktritt, weil Verträge zu erfüllen sind?
.
Die eigentlichen Scharlatane sind aber jene, die solche Verträge "gewähren"!

Gast: Steueridiot
02.11.2012 09:14
3 0

Der Rechnungshof übt Kritik ...

und wie immer (und überall) ändert sich nix!

Gast: Billy the Wilder
02.11.2012 08:02
9 0

Rechnung?

stimmt es, dass Herr Noever 25 Jahre lang Direktor des MAK war?
Dann wurde er ja von der damaligen SPÖ Ministerin Hilde Hawlicek eingestellt, vom SPÖ Minister Scholten verlängert etc....
Und in der Schwarz/Blauen Koalition hatte man ebenfalls seine liebe Not mit ihm (fragen sie Herrn Noever, wie oft ein SektChef "Reparatudienst"leisten musste?).
Und seit 2007/8 ist die Frau BM Schmied zuständig und hat sich auch ihr Büro von ihm gestalten lassen (Preis:?), da muss man schon ein Auge zudrücken?
Wette: gäbe es den RH nicht, wäre der Herr heute noch im Amt! Und die Frau Schmied....?

Dieser Herr passt doch

bestens zum SPÖ-Volksausbeutersystem! Vielleicht könnte man ja noch die Kosten/Besucher anführen!

Gast: silberald
02.11.2012 06:11
2 1

So war's wirklich, leider ...

Sowohl der Seipel wie auch der Noever haben der Gehrer den selbstaufgesetzten Vertrag vorgelegt, und die ach so tolle Lehrerin hat anstandslos unterschrieben. Also wenn man jetzt nur die Schmied schimpft, kapiert man sehr wenig von dem Spiel.

Gast: Fleming
02.11.2012 00:39
5 0

..systemimmanent...

Noever ist keine Ausnahmne,..,,und er war nicht alleine, hat unterwürfige Künstler, Händler , Kuratoren und Kritiker als Kollaborateure und Nutzniesser bedient,...und damit die plakativen Klischees von Künstlerkarrieren wieder einmal bestätigt. Networking geht über Qualität der künstlerischen Arbeit, und was man im Atelier nicht schafft, dass erledigt man im Bett nach dem Fressen und Saufen.
Eigentlich muesste man das Museum mal für 10 Jahre zusperren, eine saubere Inventur machen und das Haus vor der ganzen Kunstmeute schützen.

Gast: UKW
01.11.2012 23:00
10 0

Unfassbar

Der legt einfach 220.000 Euro auf den Tisch der Frau Schmidt und die Sache ist vergessen.

Geld das er zuvor während seiner offenbar nicht ordnungsgemäß ausgeführten Amtszeit vom Steuerzahler bekommen hat.

Re: Unfassbar

Was sagt eigentlich die Frau Ministerin dazu? Schließlich hat sie dem Noever diesen Job zugeschanzt.

Antworten Antworten Gast: Mitzitant´
02.11.2012 08:04
3 0

Re: Re: Unfassbar

es war nicht die Frau Schmied, sondern die SPÖ (im vergangenen Jahrtausend), aber Frau Schmied hat ihn gedeckt?

Antworten Antworten Gast: silberwald
02.11.2012 06:13
2 3

Re: Re: Unfassbar

Unsinn, das war die Gehrer, lange vor der Schmied ...

Antworten Antworten Antworten Gast: Zwickerll
02.11.2012 14:58
3 1

Re: Re: Re: Unfassbar

Noever wurde 1986!! zum Direktor des MAK bestellt. Damals waren Hilde Hawlicek Unterrichtsministerin(SPÖ) und Heinz Fischer (SPÖ) Wissenschaftsminister !
Dann kamen Schölten (SPÖ); von Einem(SPÖ) und so ging das weiter bis zum Jahr 2000!
Und jetzt soll Gehrer für alles herhalten? So blöd sind nicht einmal ihre Genossen!?Denn ab 2007/8 war ja schon wieder die SPÖ mit Frau Schmied dran - und ist es heute noch!!!!
Ihre Dummheit ist wirklich Unfassbar!!?

Re: Re: Re: Unfassbar

Ein Bund H....., wie der Volksmund sagt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
02.11.2012 12:29
0 0

Re: Re: Re: Unfassbar

Der Noever war 25 Jahre Direktor des MAK! Wissen Sie was vor 25 Jahren war und wo da die Gehrer war???

Re: Re: Re: Re: Unfassbar

Politik ist ein schmutziges Geschäft. Mein Posting bezog sich nicht auf eine bestimmte Person.

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Und ich bleibe dabei:

Menschen sind so, wie sie aussehen.

18 0

Linke Kulturpolitik vom Feinsten!

Ich bin sprachlos.

 
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