Vienna Art Week: Was Sie sehen sollten!

17.11.2012 | 18:09 |  von almuth spiegler (Die Presse)

Die Vienna Art Week steht vor der Türe. Hier ein Leitfaden durch die rund 200 Eröffnungen, Auktionen, Führungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Bereits zum achten Mal findet heuer die Vienna Art Week statt, mittlerweile ein regelrechtes Szenespektakel, das voriges Jahr sogar 36.000 Besucher angelockt hat. Organisiert vom Art Cluster, gegründet vom Dorotheum, findet diese Woche wohl nicht ganz zufällig rund um die Herbst-Auktionswoche des Hauses statt, in der Klassische Moderne, Zeitgenossen, Silber, Jugendstil und Design unter den Hammer kommen.

Die Art Week ist trotzdem mehr als ein Rahmenprogramm um diese Versteigerungen. Sie ist eine Hybridveranstaltung, die Kommerzielles und Institutionelles gelungen verbindet, wie der Londoner Galerist Kenny Schachter es im goldenen Programmheft formuliert. Dort finden sich immerhin rund 200 Termine praktisch aller wesentlichen Museen, Galerien und Vereine der Stadt. Wir haben diesen Wust für Sie durchforstet und empfehlen Ihnen hier thematisch geordnet die Veranstaltungen, die Sie wirklich nicht versäumen sollten.

Historisches

Albertina. Der deutsche Dürer-Experte Thomas Schauerte, seit 2009 Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Graphischen Sammlung der Museen der Stadt Nürnberg, spricht anlässlich einer der besten Ausstellungen, die zurzeit in Wien zu sehen sind, über „Kaiser Maximilian I. – Selbstinszenierung bis in den Tod“. Davor gibt Albertina-Kuratorin Eva Michel eine Einführung in das Leben des Habsburger-Kaisers. Freitag, 23.11., 15 Uhr.
Wien um 1900.

MAK. Nach 20 Jahren wurde die „Wien um 1900“-Sammlung des MAK neu aufgestellt, federführend ist wieder der unter MAK-Direktor Noever in die Karenz geflüchtete WW-Experte des Hauses, Christian Witt-Döring. Eröffnet werden die drei Säle am Dienstag, 20.11., um 19 Uhr.

Wien Museum. Christopher Long unterrichtet Architekturgeschichte an der Universität von Texas in Austin – und er ist Experte für Wiener Architektur. Im Rahmen der Werkbund-Ausstellung spricht er über „Josef Frank and the Meanings of the Wiener Moderne“, Mittwoch, 21. 11., 18.30. Ebenfalls im Rahmen der feinen Werkbund-Ausstellung wird eine Exkursion zum Originalschauplatz angeboten, mit den Architekten Martin Praschl, Azita Goodarzi, P. Good Architekten und der Kuratorin Eva-Maria Orosz. Freitag, 23.11., 15–17 Uhr, Treffpunkt Jagdschlossgasse/Gobergasse, Wien 13.

Zeitgenössisches

Gallery Weekend: Berlin hat es vorgemacht – die Präsentationen des Berliner Galerien-Wochenendes ersetzen dort praktisch die Kunstmesse. In Wien schafft man zwar keine konzertierten Vernissagen, dafür bemüht man sich um Artist Talks und geführte Rundgänge. Details auf www.viennagalleryweekend.com
Ehemaliges k. u. k. Telegrafenamt. „Predicting Memories“, vorhergesagte Erinnerungen, heißt die sozusagen hauseigene Ausstellung der Art Week heuer. Die Kuratoren Robert Punkenhofer und Ursula Maria Probst haben sich dafür eine tolle Location am Börseplatz ausgesucht und internationale Künstler wie Christian Boltanski, Kara Walker, Ai Weiwei und Sophie Calle eingeladen. Eröffnung: Montag, 19.11., 18 Uhr, Börseplatz 1, Wien 1.

Open Studio Day. In Wien lebende Künstler bitten in ihr „Allerheiligstes“, das Atelier. Elke Krystufek, die New Yorker Malerin und Angewandte-Professorin Judith Eisler oder Manfred Erjautz. Wer sich nicht allein traut, kann sich einem Kurator anschließen. Samstag, 24.11., Details auf der Homepage.

 

Mode/Design

Studiobesuche. Die Leiterin der Wiener Kreativ-Förderungsagentur Departure, Bettina Leidl, geht mit einem durch die Modeateliers von Anna Aichinger, den Gebrüdern Stitch, Superated & Samstag und Florian Ladstätter, Samstag, 24.11., 11–14h, Anmeldung!

Wissenschaft und Recht

Dorotheum. Ein Vortrag für Hard-Core-Kunstmarktianer: Der Amsterdamer Kunsthistoriker und Anwalt Antoon Ott spricht darüber, wie das Folgerecht den europäischen Kunstmarkt verdirbt. Freitag, 23.11., 12 Uhr.

Cemm Brain Lounge. Molekularmediziner Giulio Superti-Furga hat den achten Stock seines Forschungszentrums den Ideen gewidmet. Hier soll sich treffen, wer Neues denken und darüber sprechen will. Eröffnung mit Performance. Montag, 19. 11., 19 Uhr, Lazarettgasse 14, Wien 9.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden