Technisches Museum zeigt die Welt der "Roboter"

14.12.2012 | 15:36 |   (DiePresse.com)

Mehr als 400 Roboter sind in der Schau "Roboter. Maschine und Mensch?" zu sehen. Von künstlichen "Fräuleins vom Amt" bis zum Schweißroboter.

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Auf die Spur des alten Menschentraum vom künstlichen Menschen macht sich das Technische Museum Wien: Ab 14. Dezember zeigt das Haus die Ausstellung "Roboter. Maschine und Mensch?". Auf tausend Quadratmetern seien mehr als 400 Objekte zu sehen: Vom Spielzeug- bis zum Industrieroboter, vom humanoiden Roboter 'Asimo' bis zur Robo-Robbe 'Paro', zu sehen, so Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky. Gegliedert in die vier Bereiche "Baukasten", "Dienstbare Geister", "Charme und Schwarm" sowie "Fabelhafte Wesen" spannt die Schau den Bogen von den allerersten Anfängen, als im 17. Jahrhundert der Mensch als technisches System interpretiert und das Herz mit Pumpen und Adern mit Röhren verglichen wurden, bis zur Science Fiction.

Gezeigt werden mechanische Hebdrehwählsysteme, die Anfang des 20. Jahrhunderts das "Fräulein vom Amt" abgelöst haben, ebenso wie Industrie-, Medizin- und Serviceroboter. Das Spektrum reicht dabei von Rasenmäh- und Staubsaug-Robotern bis zu zwei riesigen Industrierobotern, die gerade eine Autokarosserie zusammenschweißen. Wie ausgefeilt die Technik dabei schon ist, zeigt allein die Tatsache, dass die zwei Schweißroboter während der gesamten Ausstellung im Dauerbetriebe laufen sollen.

Wo der Mensch nichts verloren hat

Eine eigene Sektion ist jenen Robotern gewidmet, die dort eingesetzt werden, "wo der Mensch nichts verloren hat", also etwa Mars-, Tiefsee- oder Minenräum-Robotern. Auch das Werk von Tüftlern und Bastlern kommt nicht zu kurz - gleich ob es sich um feinmechanische Meisterleistungen wie die "Allesschreibende Wundermaschine" aus dem 18. Jahrhundert handelt, die mit Hilfe eines Walzensystems Handschriften erzeugte, oder aus heutiger Sicht unbeholfen wirkende Maschinenmenschen aus den Anfängen der Kybernetik, die in den 1950er und 1960er Jahren - per Befehl über eine Telefonwählscheibe - einfach die Hand heben konnten oder sogar Damen Zigaretten anzündeten.

Der Besuchermagnet der Ausstellung dürfte das in Kooperation mit dem Ars Electronica Futurelab entwickelte "RoboLab" werden: Interaktiv und spielerisch kann man erfahren, wie Roboter funktionieren und was hinter ihrem Äußeren steckt. Im "RoboZoo" kann man kleine humanoide Roboter, Spinnen- und Radroboter über einen Tisch bewegen, die Robo-Robbe "Paro" in Aktion erleben, bestimmen, ob ein Roboter auf bestimmte Signale ängstlich, aggressiv oder freundlich reagieren soll.

Der "Roboter" aus dem Theater

Das Wort "Roboter" tauchte übrigens im Theaterstück "R.U.R. - Rossum's Universal Robots" des tschechischen Schriftstellers Karel Capek über gezüchtete menschenähnliche künstliche Arbeiter tauchte 1921 erstmals auf. Kuratiert wurde die "Roboter. Maschine und Mensch?" von Christian Stadelmann.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Vermittlungs- und Rahmenprogramm: Beispielsweise am 22. März 2013 in einer Ö1-Filmnacht 50 Jahre Roboterkino und am 27. April 2013 das Finale eine Schülerwettbewerbs, wo Teams aus ganz Europa mit ihren selbst entwickelten Robotern gegeneinander antreten. Am 4. und 5. März macht der humanoide Roboter "Nao" des französischen Unternehmens Aldebaran Robotics auf seiner Europatour im TMW Halt, am 26. Februar 2013 wird das Kinderbuch "Abenteuer Roboter" präsentiert.

"Roboter. Maschine und Mensch?"
14. Dezember 2012 bis 14. Juli 2013

Technisches Museum Wien
Mariahilfer Straße 212
1140 Wien

 

(APA/Red.)

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