Experten: "Mona Lisa" aus Isleworth ist echt

14.02.2013 | 19:10 |   (DiePresse.com)

Im Herbst wurde eine zweite Version des Gemäldes vorgestellt, die vor dem "Original" entstanden sein soll. Kunstexperten meldeten Zweifel an. Nun liegen neue Forschungsergebnisse vor.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wenn es denn stimmt, wäre es eine Weltsensation: Die im Herbst vorgestellte "Isleworth Mona Lisa" soll echt sein. Das gab die Mona Lisa Foundation mit Sitz in Zürich am Mittwoch bekannt. Demnach hätten wissenschaftliche Tests gezeigt, dass das Gemälde eindeutig aus der Hand Leonardo da Vincis stammt. Die Stiftung beruft sich auf die renommierte Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, wo die Analysen vorgenommen wurden.

Mehr zum Thema:

Die Leinwand stammt aus Da Vincis Zeit

An der ETH Zürich sei - nach einer Untersuchung an der Universtität Oxford - ein zweiter Test mittels Radiokarbonmethode durchgeführt worden, um das Alter der Leinwand festzustellen, so die Stiftung. Demnach könne das Material, auf dem die "Isleworth Mona Lisa" gemalt ist, auf eine Entstehungszeit zwischen 1410 und 1455 (95,4 Prozent Wahrscheinlichkeit) datiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Leinwand zwischen 1425 und 1450 entstand, liegt bei 68,2 Prozent. Die Mona Lisa im Louvre ist auf Pappelholz gemalt, aber Da Vinci malte durchaus auch auf Leinwand.

Das Alter der Leinwand würde jedenfalls zu Da Vincis Lebensdaten (1452 bis 1519) passen - und auch zur Geschichte der Entstehung der "Isleworth Mona Lisa", wie sie die Mona Lisa Foundation vertritt.

Zweifel unter Experten

Da Vinci persönlich soll das täuschend ähnliche und bereits bekannte Bild rund zwölf Jahre vor dem berühmten Werk im Pariser Louvre (circa 1503 bis 1506) gemalt haben, behauptete die Mona Lisa Foundation bereits im September. Zuerst per Dokumentarfilm und anschließend live wurden die Erkenntnisse vorgestellt, die Kunstexperten, Physiker und Forensiker während zehn Jahren Arbeit an der "Früheren Mona Lisa" gesammelt haben. Experten meldeten jedoch Zweifel an (DiePresse.com berichtete).

(C) Mona Lisa Foundation / Alfonso Rubino Geometrie: die Struktur von Der vitruvianische Mensch über den Mona Lisas

(C) Mona Lisa Foundation / Alfonso Rubino Geometrie: die Struktur von Der vitruvianische Mensch über den Mona Lisas

Nun argumentiert die Foundation, dass der Geometrie-Experte Alfonso Rubino festgestellt habe, dass Da Vinci jene Geometrie eingearbeitet habe, die er später in Der vitruvianische Mensch (um 1490) aufgegriffen und perfektioniert hat. Nur das Malergenie selbst habe das machen können. Schon früher habe der Nuklearphysiker John Asmus - in gleich vier Tests - die Pinseltechnik Da Vinci zugeordnet.

Die Mona Lisa aus dem Pariser Louvre und die "Isleworth Mona Lisa" sind einander sehr ähnlich, aber nicht identisch. Die Haare, die Struktur der Hände, der durchscheinende Stoff ihres Kleides, die Atmosphäre der Landschaft sind anders. Der Ausdruck der Abgebildeten ist mädchenhafter, die Haut ein wenig glatter, das Gesicht runder - nur das geheimnisvolle Lächeln ist gleich. Der Grund: Im Abstand von zehn Jahren sei ihm die gleiche Frau Modell gesessen, meint die Foundation. 

(c) Reuters / EPA Linkes die ''Isleworth Mona Lisa'', rechts jene aus dem Louvre

vergrößern

Hintergrund "dilettantisch"?

Kunsthistoriker argumentierten, dass der deutlich ungenauer gemalte Hintergrund der "Isleworth Mona Lisa" dilettantisch ausgeführt sei - und daher unmöglich von Da Vinci stammen könnte. Die Mona Lisa Foundation hält diesem Argument entgegen, dass das Gemälde im Gegensatz zur Louvre-Version unvollendet sei.

Das Bild löste schon nach seiner Entdeckung 1913 unter Kunsthistorikern keine langfristigen Begeisterungsstürme aus. Ein Sammler fand es in einem englischen Landhaus, die Gegend gab dem Bild den Namen. Der britische Kunstliebhaber Henry Pulitzer kaufte 1962 das Gemälde und brachte es in die Schweiz, wo es über 40 Jahre in einem Safe war. Die "Isleworth Mona Lisa" gehört derzeit einem internationalen Konsortium, das anonym bleiben will.

Madrider "Zwillingsschwester"

In der Vergangenheit sind immer wieder Bildnisse von Schönen aufgetaucht, die mit der geheimnisvoll Lächelnden im Pariser Louvre um ihren Ruhm konkurrieren wollten. Zuletzt hatte im Februar 2011 eine "Zwillingsschwester" in Spanien für Aufsehen gesorgt (mehr dazu hier, siehe Bild unten). Experten fanden heraus, dass die Dame im Madrider Prado-Museum wirklich in der Werkstatt da Vincis entstand. Sie dürfte aber von einem von Da Vincis Schülern - vermutlich Francesco Melzi oder Andrea Salai - stammen.

(c) Reuters Rechts die MAdrider Mona Lisa, links das Original

vergrößern

Nicht zu vergessen ist zudem, dass "Mona Lisa" seit ihrer Entstehung zu den meistkopierten Gemälden der Welt zählt.

''Mona Lisa'': Ein Original und zwei Schwestern

Alle 11 Bilder der Galerie »

(APA/sda/DPA/her)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

5 Kommentare

es war immer derselbe spiegel

bis nach vielen jahren und vielen solchen werken der spiegel zerbroch

tatsache ist dass diese person vor einem spiegel sass und sich immer wieder selbst malte.

ob leonardo da vinci diese frau war?

nein

er bekam eines ihrer bilder geschenkt von einem reichen mann,der schon wusste dass leonardo berühmt bleiben würde,und wenn nicht was solls-dann hätte es wohl keine mona lisa gegeben

mona lisa war sehr hübsch mit fortschreitendem alter,jahre zuvor noch nicht so,die bilder sind alle echt.die späteren gemälde gibts auch noch und werden mit den jahren gefunden werden,jedoch wären diese eben nicht so wertvoll wenn die anderen nicht wertvoll wären,was sie aber sind,doch der markt ist heikel,vorallem wenn zuguter letzt doch nicht vinci der maler war,er machte sogar sein autogramm auf dies bild..falls es je zu wilden militärszenen im land käme und sie die bilder aussortieren würden

die anderen gemälde liegen noch im selben haus wo mona lisa damals schon wohnte im dachboden,das haus bis heute original auch erhalten blieb,eine hausmeisterin schon seit vielen jahren nie dort oben war-sie wurde später in kenntnis gesetzt und belohnt,da sie den fund nicht beanspruchen konnte da dies selbst ja schon passiert war

etwa 1 km westlich vom haus vincis,etwas südlich.

Re: es war immer derselbe spiegel

es müssten 17 gemälde sein,ein 18.wird als das geheimnisvollste gelten,zudem es nicht mehr vor ort liegt,als beweis des wissens um den ort und die berechtigung um prinzipiellen besitz,allerdings der herr,der in südfrankreich wohnen dürfte,keinen anspruch auf die anderen stellte,zudem der ort auch nicht als offiziell entdeckt gilt.

Re: Re: es war immer derselbe spiegel

vinci und er war ein schlanker,schon etwas älterer ann mit kinnbart zu ihrem haus lief-es brachen stürmische tage an

mit ihr bis zum nächsten tag zusammen war und dann davon musste,damit ihr nichts passieren konnte und ihn selbst betrafen sowieso einige sicherheitsvorkehrungen-vinci flüchtete mit einem kanu richtung süden westen.

dabei unterzeichnete er alle ihr gemälde,bei nur einem sagte er dieses vielleicht nicht.

er bemerkte ihren künstlerischen fehler,sein blick war absolut präzise,ein kenner-und die geschichte hat ihn schon richtig in erinnerung

befand die bilder allerings prinzipiell für ziemlich gut

warum bist du nicht so schön fragte er sie,ist das ein..

dann verstand er,dass diese über wirklich viele jahre entstanden waren.

in klareren worten

mona lisa war möglicherweise für kurze zeit schülerin bei vinci oder hat von seinem stil kenntnis bekommen-ein geheime wohlhabende verehrerin?..vielleicht gar seine schwester?

Sie hat sich im laufe der jahre in selber position immer wieder selbst gemalt,und wurde kontinuierlich mit dem alter schöner-dies berühmte bild war eines der frühen,jedoch nicht das erste.

erst im reifen alter und berüchtigt schön,sie mit vinci zusammenkam

vinci verbrachte zumindest eine nacht und zwar die letzte vor flucht mit und bei mona lisa,die etwa 2 km von seinem haus entfernt wohnte,-er hatte zuvor durch jemanden jenes eine bild erhalten.bei seiner folgenden anwesenheit er auch alle anderen signierte.

vinci war schon seit langem eine grosse persönlichkeit und wurde am folgenden tag mit einem boot erwartet,es flohen viele an jenen tagen,mona lisa nicht,der dachboden wo sie malte blieb bis dieser tage unentdeckt,sie führte ein tagebuch,die zukunft noch interesantes zu tage bringen könnte,-der herr der den dachboden auffindig machte sich das letzte der serie,wie auch dieses ihre schönste selbstdarstellung als beweis mitnahm,das zimmer ansonsten unberührt liess-ihre wohnung 2 stock darunter ebensogut erhalten blieb-diese zwar geringfügig genutzt wurde,jedoch nicht verändert,warum auch-eine komplette luxuriöse nostalgische einrichtung und haus das wie viele andere die zeit gut überstanden hatte-der grund auch der entdeckung des dachbodens,die besitzerin,reich und familiär mit jenem herrn ...

->dass der deutlich ungenauer gemalte Hintergrund der "Isleworth Mona Lisa" dilettantisch ausgeführt sei - und daher unmöglich von Da Vinci stammen könnte.

... das dürfte korrekt sein, denn höchstwahrscheinlich stammt die Hintergrundmalerei von einem seiner Malgehilfen.

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden