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Kunstraub in Kärnten: Werke wieder aufgetaucht

Kunstraub Kaernten Werke wieder
Kunstraub Kaernten Werke wieder / Bild: (c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER) 

Vor 17 Jahren wurden aus dem Schloss Reifnitz Kunstwerke gestohlen, darunter Glasarbeiten von Kiki Kogelnik. Zwei Frauen fanden sie in Kisten unter einer Autobahnbrücke.

 (DiePresse.com)

In Kärnten wurden zahlreiche Kunstwerke, die 1996 gestohlen worden waren, wieder aufgetaucht. Zwei Klagenfurter Lehrerinnen fanden am vergangenen Donnerstag mehr als 100 Werke renommierter Künstler wie Kiki Kogelnik, Paul Flora und Ricardo Licato in Umzugskartons verpackt unter einer Autobahnbrücke im Raum Villach, wie die Polizei am Dienstag bekannt gab.

1996 hatten Einbrecher aus der Galerie Walker, die damals im Schloss Reifnitz beheimatet war, in Maria Wörth Kunstgegenstände im Gesamtwert von rund 1,6 Millionen Schilling (circa 116.000 Euro) entwendeten. Inzwischen seien die Werke etwa 260.000 Euro wert, sagte Galeristin Judith Walker am Dienstag.

Diebe sind Kunstkenner, meint die Polizei

Die Diebe hat die Polizei bisher nicht ausfindig gemacht. Man geht jedoch davon aus, dass es sich um kunstverständige Personen handeln muss, die die Beute möglicherweise die ganzen 17 Jahre in Kärnten gelagert hatten.

Erstens hatten sie beim Einbruch gezielt die wertvollsten Stücke mitgenommen und zweitens müssen die Gegenstände fachgerecht gelagert worden sein, denn es gibt kaum Beschädigungen. Drittens wurden die Kunstwerke sorgfältig verpackt unter der Autobahnbrücke bei der Abfahrt Villach, Treffen/Ossiacher See (Bezirk Villach-Land), auf einem Pendlerparkplatz gefunden, wo sie vor Regen geschützt waren und es absehbar war, dass sie bald gefunden würden.(c) APA (FRITZ PRESS) Kunstraub Kaernten Werke wiederKunstraub Kaernten Werke wieder / Bild: (c) APA (FRITZ PRESS)

Polizei bittet um Mithilfe

Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer die Kisten gesehen hat, möge sich beim Landeskriminalamt melden. Einstweilen laufen weitere Ermittlungen. Ob tatsächlich alle Gegenstände wieder da sind, muss erst geprüft werden. Auch Spuren, die an der Fundstelle sichergestellt wurden, werden noch ausgewertet.

Gottlieb Türk vom Landeskriminalamt hält es auch für möglich, dass sich Zeugen des ursprünglichen Diebstahls melden bzw. Personen, welche die Werke seither gesehen haben. "Vielleicht gibt es hier Leute, die sich öffnen möchten", so Türk.

Walker musste Schaden selbst tragen

Galeristin Walker ist überglücklich, dass sie ihre Stücke zurück bekommt. Sie war von dem Diebstahl 1996 an den Rand des Ruins gebracht worden. Sie hatte damals bei der Versicherung keine Meldung gemacht, dass die Kunstwerke für eine zweimonatige Ausstellung aus der Galerie ins Schloss Reifnitz gebracht würden. "So hat sich die Versicherung gedrückt", sagte Walker nun.

Sie und ihre Tochter hatten unmittelbar nach der Tat auch Drohanrufe erhalten. Sie glaubt, dass ein kürzlich erschienener Zeitungsbericht, in dem sie schilderte, wie leid es ihr immer noch um die Kunstwerke tue, den Täter zur Rückgabe der Beute brachte.

(c) APA (FRITZ PRESS) MillionenKunstraub Kaernten geklaert

(APA)

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3 Kommentare
1 0

"... den Täter ..."

Woher weiß die Presse, dass es ein Mann war? Hat sie am Ende gar mit dem Kunstdiebstahl zu tun? Die Polizei sollten der Spur jedenfalls nach gehen ;-)

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Art Brut?


Also was jetzt, Raub ...

... oder Diebstahl? Dass das gerne verwechselt wird, ist gerade in einem Qualitätsmedium kein Entschuldigungsgrund.

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