Stefanie Moshammer

Die Stripperinnen von Las Vegas

Zwei Monate lang fotografierte die Österreicherin Stefanie Moshammer in Las Vegas Frauen, die als Stripperinnen arbeiten. Die Kamera diente ihr als Schlüssel in eine Welt, "die du sonst nicht betreten würdest".

Schließen

Die junge österreichische Fotografin Stefanie Moshammer fotografierte zwei Monate lang Stripperinnen in Las Vegas. "Vegas and She" heißt der Fotoband, der nun in der Fotohof edition erschienen ist. Das Projekt habe sich eher zufällig ergeben, erzählte Moshammer der "Presse". Durch einen Bekannten habe sie eine Stripperin kennengelernt. "Sie hat mich in die Szene reingebracht und hat mir andere Mädchen vorgestellt", so die Fotografin.

(c) Stefanie Moshammer

Sieben Frauen hat die 26-Jährige insgesamt fotografiert. Die jüngste von ihnen war 21 Jahre alt, die älteste 50.

Tiania, 21, tritt in den Stripclubs als Toni auf. Sie begann mit 19 zu strippen - in einem sogenannten "Nude Club", weil sie als Unter-21-Jährige noch nicht in Clubs arbeiten dürfte, in denen Alkohol ausgeschenkt wird.

(c) Stefanie Moshammer

Die Kamera war für Moshammer "wie ein Schlüssel in eine Welt, die du sonst nicht betreten würdest. Da taucht man in eine Welt ein, die einem fremd ist" – in eine Welt der Repräsentation und des Exhibitionismus.

(c) Stefanie Moshammer

Ihre Körper machen die Frauen zur Ware und auch zur Marke. "Die meisten haben operierte Brüste oder Lippen", sagt die Fotografin. Schönheitsoperationen seien "ganz normal". Die Stripperinnen "präsentieren eben ein gewisses Sexbild." Sie habe es faszinierend gefunden, wie sich der Körper der Stadt anpasse. "Las Vegas ist eine aus der Wüste gestampfte Stadt, inszeniert und surreal" – wie die operierten Körper der Frauen.

(c) Stefanie Moshammer

Die Wüstenstadt Las Vegas sei ein "Mekka der Verrücktheiten", sagt Moshammer. Im Goldrausch entstanden und durch das Glücksspiel groß gemacht, ist die Stadt im US-Bundesstaat Nevada heute Tourismushochburg mit zwei Millionen Einwohnern. Bis zu 40 Millionen Touristen kommen jährlich hierhin. Sie wollen vor allem Spaß haben.

(c) Stefanie Moshammer

Die Frauen, die in den Stripclubs arbeiten, sind selbstständig, erklärt die Fotografin. Sie zahlen, um dort aufzutreten – und müssen jedem der dort Angestellten Trinkgeld geben, vom Türsteher bis zur Kellnerin. Eine "Respektsache", sagt sie.

(c) Stefanie Moshammer

Und Prostitution? Die ist in Nevada zwar illegal, aber die Mädchen würden oft angesprochen, erklärt Moshammer. "Es bleibt ihnen selbst überlassen, wie weit sie gehen".

(c) Stefanie Moshammer

Die abgetrennten VIP-Räume, die mehr Privatheit erlauben, werden zwar von Securitys kontrolliert, aber hier gebe es eine breite "Grauzone", so die Fotografin. Sie glaube, dass viele Kunden in den VIP-Räumen mehr von den Mädchen erwarten, als dass diese sich bloß ausziehen. "Die Männer versuchen das meiste herauszuholen, und die Frauen auch – materiell."

(c) Stefanie Moshammer

Für die Stripperinnen sei es schwierig, Privatleben und Job auseinanderzuhalten – weil sie die meisten Männer im Club kennenlernen.

(c) Stefanie Moshammer

Eine der Fotografierten habe ihr erzählt, manche Mädchen lassen sich mit Managern ein und werden dafür mit den besten Zeiten für ihre Auftritte "quasi bezahlt".

(c) Stefanie Moshammer

Zwischen den Stripperinnen herrsche der "total Zickenkrieg" um die besten Auftrittszeiten, sagt Moshammer. Die Newcomerinnen müssten sich ihre Stellung erarbeiten. Ihr sei auch aufgefallen, wie viele Drogen im Spiel sind, gerade bei jungen Mädchen.

(c) Stefanie Moshammer

Bei ihrem ersten Ausflug war Moshammer gleich im größten Strip-Club von Las Vegas. "Das war wie im Zoo, "schildert sie. "Es gab jeden Typ, unterschiedlichste Körperlichkeit".

(c) Stefanie Moshammer

Die seltsamste Begegnung ihres Aufenthalts hatte Moshammer aber abseits des Stripclubs. "Ein Typ hat an die Tür geklopft und mich ausgefragt. Eine Woche danach kam ein Brief." Darin schmeichelt er ihr als "unglaublichster, faszinierendster und schönsten Frau, die ich je gesehen habe" und lädt sie ein, bei sich zu wohnen. Auch diesen Brief hat hat sie ihrem Buch hinzugefügt.

(c) Stefanie Moshammer

Die meisten Frauen arbeiten nur ein paar Jahre als Stripperinnen. Andere bleiben dabei, wie die 35-jährige Shannon. Mit 15 hat sie begonnen, in einem Stripclub zu arbeiten, zuerst als Kellnerin. Nun sei es kein Übergangsjob mehr für sie. "Sie sagt, sie macht das so lange wie möglich. Wenn es nicht mehr geht, überlegt sie sich, was sie dann macht."

(c) Stefanie Moshammer

Scheu vor der Kamer hätten die Frauen keine gehabt, mit einer Ausnahme. Einer 23-Jährigen, "die das noch nie gemacht hat", so Moshammer. Sie sei mit ihren Großeltern nach Las Vegas gezogen und hat dann begonnen zu strippen. Untertags hat sie bei Starbucks gearbeitet, und am Abend gestrippt, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren.

(c) Stefanie Moshammer

Sie selbst sei nicht von den Männern abgesprochen worden, sondern eher von den Frauen, erzählt Moshammer: "Es gab Mädchen, die gesagt haben 'Du könntest das auch machen'".

Stefanie Moshammer: "Vegas and She", 35 Euro, 112 Seiten, 57 Farbabbildungen, erschienen im Verlag Fotohof.

>> http://www.stefaniemoshammer.com/

(c) Stefanie Moshammer

Die junge österreichische Fotografin Stefanie Moshammer fotografierte zwei Monate lang Stripperinnen in Las Vegas. "Vegas and She" heißt der Fotoband, der nun in der Fotohof edition erschienen ist. Das Projekt habe sich eher zufällig ergeben, erzählte Moshammer der "Presse". Durch einen Bekannten habe sie eine Stripperin kennengelernt. "Sie hat mich in die Szene reingebracht und hat mir andere Mädchen vorgestellt", so die Fotografin.
(c) Stefanie Moshammer

Sieben Frauen hat die 26-Jährige insgesamt fotografiert. Die jüngste von ihnen war 21 Jahre alt, die älteste 50.

Tiania, 21, tritt in den Stripclubs als Toni auf. Sie begann mit 19 zu strippen - in einem sogenannten "Nude Club", weil sie als Unter-21-Jährige noch nicht in Clubs arbeiten dürfte, in denen Alkohol ausgeschenkt wird.
(c) Stefanie Moshammer

Die Kamera war für Moshammer "wie ein Schlüssel in eine Welt, die du sonst nicht betreten würdest. Da taucht man in eine Welt ein, die einem fremd ist" – in eine Welt der Repräsentation und des Exhibitionismus.
(c) Stefanie Moshammer

Ihre Körper machen die Frauen zur Ware und auch zur Marke. "Die meisten haben operierte Brüste oder Lippen", sagt die Fotografin. Schönheitsoperationen seien "ganz normal". Die Stripperinnen "präsentieren eben ein gewisses Sexbild." Sie habe es faszinierend gefunden, wie sich der Körper der Stadt anpasse. "Las Vegas ist eine aus der Wüste gestampfte Stadt, inszeniert und surreal" – wie die operierten Körper der Frauen.
(c) Stefanie Moshammer

Die Wüstenstadt Las Vegas sei ein "Mekka der Verrücktheiten", sagt Moshammer. Im Goldrausch entstanden und durch das Glücksspiel groß gemacht, ist die Stadt im US-Bundesstaat Nevada heute Tourismushochburg mit zwei Millionen Einwohnern. Bis zu 40 Millionen Touristen kommen jährlich hierhin. Sie wollen vor allem Spaß haben.
(c) Stefanie Moshammer

Die Frauen, die in den Stripclubs arbeiten, sind selbstständig, erklärt die Fotografin. Sie zahlen, um dort aufzutreten – und müssen jedem der dort Angestellten Trinkgeld geben, vom Türsteher bis zur Kellnerin. Eine "Respektsache", sagt sie.
(c) Stefanie Moshammer

Und Prostitution? Die ist in Nevada zwar illegal, aber die Mädchen würden oft angesprochen, erklärt Moshammer. "Es bleibt ihnen selbst überlassen, wie weit sie gehen".
(c) Stefanie Moshammer

Die abgetrennten VIP-Räume, die mehr Privatheit erlauben, werden zwar von Securitys kontrolliert, aber hier gebe es eine breite "Grauzone", so die Fotografin. Sie glaube, dass viele Kunden in den VIP-Räumen mehr von den Mädchen erwarten, als dass diese sich bloß ausziehen. "Die Männer versuchen das meiste herauszuholen, und die Frauen auch – materiell."
(c) Stefanie Moshammer

Für die Stripperinnen sei es schwierig, Privatleben und Job auseinanderzuhalten – weil sie die meisten Männer im Club kennenlernen.
(c) Stefanie Moshammer

Eine der Fotografierten habe ihr erzählt, manche Mädchen lassen sich mit Managern ein und werden dafür mit den besten Zeiten für ihre Auftritte "quasi bezahlt".
(c) Stefanie Moshammer

Zwischen den Stripperinnen herrsche der "total Zickenkrieg" um die besten Auftrittszeiten, sagt Moshammer. Die Newcomerinnen müssten sich ihre Stellung erarbeiten. Ihr sei auch aufgefallen, wie viele Drogen im Spiel sind, gerade bei jungen Mädchen.
(c) Stefanie Moshammer

Bei ihrem ersten Ausflug war Moshammer gleich im größten Strip-Club von Las Vegas. "Das war wie im Zoo, "schildert sie. "Es gab jeden Typ, unterschiedlichste Körperlichkeit".
(c) Stefanie Moshammer

Die seltsamste Begegnung ihres Aufenthalts hatte Moshammer aber abseits des Stripclubs. "Ein Typ hat an die Tür geklopft und mich ausgefragt. Eine Woche danach kam ein Brief." Darin schmeichelt er ihr als "unglaublichster, faszinierendster und schönsten Frau, die ich je gesehen habe" und lädt sie ein, bei sich zu wohnen. Auch diesen Brief hat hat sie ihrem Buch hinzugefügt.
(c) Stefanie Moshammer

Die meisten Frauen arbeiten nur ein paar Jahre als Stripperinnen. Andere bleiben dabei, wie die 35-jährige Shannon. Mit 15 hat sie begonnen, in einem Stripclub zu arbeiten, zuerst als Kellnerin. Nun sei es kein Übergangsjob mehr für sie. "Sie sagt, sie macht das so lange wie möglich. Wenn es nicht mehr geht, überlegt sie sich, was sie dann macht."
(c) Stefanie Moshammer

Scheu vor der Kamer hätten die Frauen keine gehabt, mit einer Ausnahme. Einer 23-Jährigen, "die das noch nie gemacht hat", so Moshammer. Sie sei mit ihren Großeltern nach Las Vegas gezogen und hat dann begonnen zu strippen. Untertags hat sie bei Starbucks gearbeitet, und am Abend gestrippt, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren.
(c) Stefanie Moshammer

Sie selbst sei nicht von den Männern abgesprochen worden, sondern eher von den Frauen, erzählt Moshammer: "Es gab Mädchen, die gesagt haben 'Du könntest das auch machen'".

Stefanie Moshammer: "Vegas and She", 35 Euro, 112 Seiten, 57 Farbabbildungen, erschienen im Verlag Fotohof.

>> http://www.stefaniemoshammer.com/
(c) Stefanie Moshammer