Deutsche Börse Fotopreis

In Südafrikas gefährlichstem Hochhaus

Die Fotografen Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse porträtierten das Hochhaus Ponte City in Johannesburg. Einst für reiche Weiße erbaut, ist es heute Hochburg der Kriminalität. Das Projekt wurde mit dem Deutsche Börse Photography Prize ausgezeichnet.

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Der Deutsche Börse Photography Prize wurde heuer an Mikhael Subotzky (geb. 1981, Südafrika) und Patrick Waterhouse (geb. 1981, Großbritannien) für ihr Fotoprojekt "Ponte City" verliehen. Die beiden Fotografen dokumentierten sechs Jahre lang das Hochhaus Ponte City in Johannesburg, Südafrikas höchstes Wohnhaus. Im Jahr 1976 für unter dem Apartheid-Regime für weiße "Arrivierte" erbaut, ist es heute Symbol für städtischen Verfall.
Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse: "Ponte City", Verlag Steidl, 85 Euro; Link: steidl.de

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Subotzky und Waterhouse porträtierten die Bewohner des 173 Meter hohen Gebäudes, das als Epizentrum der Kriminalität gilt und als "gefährlichstes Hochhaus der Welt" bekannt ist.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Weil in den 1970er-Jahren in Südafrika vorgeschrieben war, dass Küchen und Badezimmer Fenster haben mussten, bauten die Architekten Mannie Feldman, Manfred Hermer und Rodney Grosskopf das Gebäude als hohlen Zylinder. Für die unteren der 54 Stockwerke waren Geschäftsflächen vorgesehen und gar eine Skihalle geplant.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Beliebt war Ponte City anfangs auch wegen der Aussicht über den Stadtteil Hillbrow, der heute geprägt ist von Armut und Kriminalität.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

In den 1980er-Jahren zogen Gangs in die Gegend. Nach Ende der Apartheid verfiel das Hochhaus zusehends.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Ein Regenerationsprojekt Anfang der 2000er scheiterte wegen der Wirtschaftskrise.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Subotzky und Waterhouse fotografierten für ihr umfassendes Projekt jede Tür in Ponte City und viele der Wohnungen. Ergänzt ist ihr Fotobuch mit 17 Broschüren mit Essays und Archivmaterial.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

So entsteht ein komplexes Porträt eines Ortes, der sich vom Traumland zur Dystopie entwickelte.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Ponte City inspirierte auch Filmemacher und Autoren: Eines der letzten Bilder in Neill Blomkamps Science-Fiction-Film "Dictrict 9" (2009) zeigt das verwahrloste Hochhaus. Der deutsche Autor Norman Ohler siedelte hier seinen Roman "Stadt des Goldes" (2002) an.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Der Deutsche Börse Photography Prize wurde 1996 von der Photographers' Gallery ins Leben, seit 2005 ist die Deutsche Börse Titelsponsor. Der Sieger wird jedes Jahr von einer wechselnden Fachjury aus vier Finalisten bestimmt. Nominiert waren heuer auch der Russe Nikolai Bakharev für seine Ausstellung bei der Biennale in Venedig 2013, die Südafrikanerin Zanele Muhol für ihre Porträtserie "Faces and Phases" sowie die Niederländerin Viviane Sassen für ihre Ausstellung "Umbra" im Nederlands Fotomuseum.

(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Der Deutsche Börse Photography Prize wurde heuer an Mikhael Subotzky (geb. 1981, Südafrika) und Patrick Waterhouse (geb. 1981, Großbritannien) für ihr Fotoprojekt "Ponte City" verliehen. Die beiden Fotografen dokumentierten sechs Jahre lang das Hochhaus Ponte City in Johannesburg, Südafrikas höchstes Wohnhaus. Im Jahr 1976 für unter dem Apartheid-Regime für weiße "Arrivierte" erbaut, ist es heute Symbol für städtischen Verfall.
Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse: "Ponte City", Verlag Steidl, 85 Euro; Link: steidl.de
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Subotzky und Waterhouse porträtierten die Bewohner des 173 Meter hohen Gebäudes, das als Epizentrum der Kriminalität gilt und als "gefährlichstes Hochhaus der Welt" bekannt ist.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Weil in den 1970er-Jahren in Südafrika vorgeschrieben war, dass Küchen und Badezimmer Fenster haben mussten, bauten die Architekten Mannie Feldman, Manfred Hermer und Rodney Grosskopf das Gebäude als hohlen Zylinder. Für die unteren der 54 Stockwerke waren Geschäftsflächen vorgesehen und gar eine Skihalle geplant.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Beliebt war Ponte City anfangs auch wegen der Aussicht über den Stadtteil Hillbrow, der heute geprägt ist von Armut und Kriminalität.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

In den 1980er-Jahren zogen Gangs in die Gegend. Nach Ende der Apartheid verfiel das Hochhaus zusehends.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Ein Regenerationsprojekt Anfang der 2000er scheiterte wegen der Wirtschaftskrise.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Subotzky und Waterhouse fotografierten für ihr umfassendes Projekt jede Tür in Ponte City und viele der Wohnungen. Ergänzt ist ihr Fotobuch mit 17 Broschüren mit Essays und Archivmaterial.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

So entsteht ein komplexes Porträt eines Ortes, der sich vom Traumland zur Dystopie entwickelte.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Ponte City inspirierte auch Filmemacher und Autoren: Eines der letzten Bilder in Neill Blomkamps Science-Fiction-Film "Dictrict 9" (2009) zeigt das verwahrloste Hochhaus. Der deutsche Autor Norman Ohler siedelte hier seinen Roman "Stadt des Goldes" (2002) an.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl

Der Deutsche Börse Photography Prize wurde 1996 von der Photographers' Gallery ins Leben, seit 2005 ist die Deutsche Börse Titelsponsor. Der Sieger wird jedes Jahr von einer wechselnden Fachjury aus vier Finalisten bestimmt. Nominiert waren heuer auch der Russe Nikolai Bakharev für seine Ausstellung bei der Biennale in Venedig 2013, die Südafrikanerin Zanele Muhol für ihre Porträtserie "Faces and Phases" sowie die Niederländerin Viviane Sassen für ihre Ausstellung "Umbra" im Nederlands Fotomuseum.
(c) ''Ponte City'' von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse, Verlag Steidl