Architekturzentrum Wien: Angelika Fitz wird neue Leiterin

Angelika Fitz folgt auf Dietmar Steiner. Es hatte 33 Bewerber für den Posten gegeben. Die Wahl fiel auf Fitz, "weil sie die Beste war".

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Angelika Fitz – (c) APA (ROLAND SCHLAGER)

Angelika Fitz wird die neue Direktorin des Architekturzentrums Wien (AzW). Die Vorarlbergerin (Jahrgang 1967) folgt damit auf Dietmar Steiner, der die Wiener Architekturinstitution 1993 mitbegründet hatte und seither an deren Spitze stand. Die Kuratorin, Autorin und Kulturmanagerin wird ihr neues Amt am 1. Jänner 2017 antreten, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde.

33 Bewerber hatten sich für die Nachfolge von Dietmar Steiner an der Spitze des Architekturzentrums interessiert, wobei 17 aus Österreich stammten. In der Endrunde der besten Vier setzte sich Fitz schließlich am 15. Jänner gegen die Konkurrenz durch, berichtete bei der Präsentation AzW-Vorstandspräsident Hannes Swoboda: "Warum Frau Fitz? Weil sie die Beste war."

"Schnittstelle zwischen Architektur und Stadt intensivieren"

Die 48-Jährige zeigte sich gleich bei ihrer Antrittspressekonferenz voller Tatendrang und gab einen ersten Ausblick auf ein künftiges Az W unter ihrer Führung, auch wenn die detaillierte Programmpräsentation erst im Herbst folgen soll. "Ich nehme die Aufforderung, mich aktiv und kritisch einzumischen, gerne an", stellt Fitz gegenüber den erschienenen Repräsentanten der Stadt- und Bundespolitik klar. Sie wolle den bisherigen Weg des Az W fortsetzen, Architektur in ihrer gesamten sozialen und wirtschaftlichen Charakteristik darzustellen: "Ich möchte die Schnittstelle zwischen Architektur und Stadt intensivieren."

Ein dringliches Thema der Zeit sei das Zusammenleben in einer kulturell diversen Gesellschaft, was auch Themenkomplexe umfasse wie zugewanderte Menschen zu Stadtbürgern gemacht werden könnten. Die Frage des Ressourcenverbrauchs im Städtebau und das Feld der solidarischen Räume in Verbindung mit Architektur gelte es ebenfalls anzugehen. "Über weite Strecken wird es wichtiger sein, die richtigen Fragen zu stellen, als vorschnell mit Lösungen zu kommen", so Fitz. Dazu wolle sie nicht zuletzt das Experten- und Laienwissen verschränken: "Es geht nicht nur darum, dass Menschen von Museen lernen, sondern auch darum, was Museen von ihren Besuchern lernen können."

Zur Person

Angelika Fitz, am 18. April 1967 in Hohenems geboren, studierte  Literaturwissenschaft in Innsbruck. In Wien eröffnete sie 1998 ein eigenes Büro als Kuratorin und Kulturtheoretikerin, mit dem sie sich an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kunst und Stadtentwicklung etablierte.

2003 und 2005 war sie etwa Kommissärin für den österreichischen Beitrag zur Architekturbiennale Sao Paolo und sitzt im Beirat der Seestadt Aspern und der Stiftung Bauhaus Dessau sowie im Beirat Architektur und Design des Bundeskanzleramts.

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) lobte Fitz' Bestellung, schließlich stehe man vor Umwälzungen der Stadt, die allenfalls mit der industriellen Revolution vergleichbar seien. Zugleich hatte der Minister gleich ein konkretes Projekt im Auge, schwebe ihm doch anstelle eines immer wieder diskutierten neuen Architekturmuseums "eine Vernetzung der verschiedener Architekturhäuser vor, um auf diesem Wege ein virtuelles Architekturmuseum vorzutreiben". Die Gespräche mit den jeweiligen Institutionen würden alsbald aufgenommen, wobei ihm klar sei, dass dieses Vorhaben nicht nur virtuell mehr Geld benötige.

Für das Az W selbst versicherte Vorstandspräsident Swoboda, dass man sich unter Wahrung der völligen Unabhängigkeit verstärkt auf die Suche nach privaten Sponsoren machen werde: "Die öffentliche Hand braucht die Gewissheit, dass wir auch im Privaten suchen, was geht."

(APA)

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