Falsch restituierter Klimt: Haftungserklärung soll Rückgabe sichern

Kann sich Österreich das offenbar fälschlich restituierte Bild "Apfelbaum II" zurückholen? "Geschenkt ist geschenkt" könnte das falsche Argument des Anwalts sein.

Eine Büste des österreichischen Malers Gustav Klimt.
Schließen
Eine Büste des österreichischen Malers Gustav Klimt.
Eine Büste des österreichischen Malers Gustav Klimt. – Imago

"Dass das damals ein peinlicher Vorgang war, darüber brauchen wir nicht zu reden", sagte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) gegenüber dem "Kurier" zu den Entwicklungen rund um das Klimt-Gemälde "Apfelbaum II". Im Fall des 2001 offenbar fälschlich an die Erben nach Nora Stiasny restituierten Bildes wurde nun bekannt, dass es eine undatierte Haftungserklärung der Erben gibt, die der Staat verlangt hatte. Diese sichere zu, das Bild wieder zurückzugeben, sollte es "nicht mit dem seinerzeit im Eigentum von Frau Eleonore (Nora) Stiasny gestandenen Gemälde ident" sein.

Bei der Rückgabe 2001 war Österreich den Empfehlungen des Rückgabebeirats gefolgt, der wiederum den Argumenten des Anwalts Alfred Noll gefolgt war. Im Juli hatte Noll noch gesagt, aus der offenbar falschen Rückgabe ergebe sich keinerlei rechtliche Konsequenz, da es sich bei der Restitution letztlich um eine Schenkung seitens der Republik gehandelt habe: "Ich sehe aber vor allen Dingen keine Rechtsgrundlage für irgendetwas. (...) Ich wüsste nicht, was daraus folgen soll - außer dass man sagt, man schaut sich das in Zukunft noch gründlicher an."

Kann sich der Staat auf die Haftungserklärung berufen?

Laut "Kurier" soll die Finanzprokuratur derzeit abklären, ob und wie Regressansprüche international geltend gemacht werden können, da die Erben in Schweden leben.

Der Rückgabebeirat solle überdies die Frage untersuchen, ob die Erben nach Serena und August Lederer, denen "Apfelbaum II" offenbar tatsächlich gehörte, Ansprüche geltend machen können, da bei dem Bild ein Entzug in der NS-Zeit vorliege. "Was soll denn sonst hier vorgelegen haben? Aus den bisherigen Akten und auch Restitutionsentscheiden geht eindeutig hervor, dass die Familie Lederer zwischen 1938-1950 keine Kunstwerke freiwillig verkaufen wollte", wird einer der Erben im "Kurier" zitiert.

Zum Bericht des "Kurier" >>>

(APA/Red.)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Falsch restituierter Klimt: Haftungserklärung soll Rückgabe sichern

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.