Monat der Fotografie: Empfehlungen für ''Eyes On''

Bäckerstraße 4 - Benjamin Eichhorn

Das ist ein Porträt. Sagt zumindest das Konzept der Ausstellung in der Galerie Bäckerstraße. Da werden nämlich alle möglichen Formen des fotografischen Porträts präsentiert. Nicht nur von Benjamin Eichhorn, der gern ganz nahe an die Dinge herangeht. Sondern auch Kolleginnen wie Petra Rainer oder Eva Kern, die schon konventioneller mit dem Thema umgehen. Benjamin Eichhorns Arbeiten sind übrigens auch in der Schau vom „weissen Haus“ zu sehen. Da stellt sich die Foto-Klasse der Angewandten von Gabriele Rothemann vor. Eichhorn ist offenbar ein Musterschüler.

Die Presse - Schaufenster
Text: Christina Böck
Fotos: Eyes On
(c) Eyes On

Künstlerhaus-Kino - Eva Petric

Die Künstlerin, die sich selbst als „One-Woman-Show“ bezeichnet, erzählt gern etwas mit ihren Bildern. Und immer spielt sie dabei selbst die Hauptrolle. In diesem Fall ist sie die „Secession Mermaid“, also eine Meerjungfrau. Die zieht ihre Runden hinter den Ornamenten des Künstlerhaus-Kinos, das mit ein bisschen Fantasie zum riesigen Aquarium wird. Und ab und zu kann man die Schemen der Nixe in den Fenstern sehen – denn da werden die Schwarz-Weiß-Fotos auf Plexiglas für einen Monat aufgestellt.(c) Eyes On

Galerie Dana Charkasi - Klaus Auderer

Das ist ja gar kein Foto, mögen Spitzfindige hier bemäkeln. Ja, eh nicht. Aber das ist ja auch der Punkt. Denn Klaus Auderer beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Angstmache nach den Anschlägen von 9/11. Als sich die Angst über die Vernunft stellte, ist die Menschheit in seinen Augen wieder in ein „geistiges Mittelalter“ gestürzt. Deswegen ist es nur folgerichtig, dass er bei seiner Untersuchung der globalen Bildrhetorik eben nicht zur Fotografie greift, sondern zum Holzschnitt – zurück an den „Beginn der Massenproduzierbarkeit des Bildes“.(c) Eyes On

Verbund-Zentrale - Loan Nguyen

Eine meditative Angelegenheit ist die Ausstellung in der Verbund-Zentrale. Die wird sozusagen zur ZENtrale. Denn Zen ist das Schlüsselwort bei Loan Nguyens Fotografien. In allen ihren Bildern ist die Schweizerin mit vietnamesischen Wurzeln selbst zu sehen. Ihre Arbeitsmethode ist von der buddhistischen Methode der „Versenkung“ geprägt, und Orte behandelt sie nicht anders als Menschen. „Ich habe das Gefühl, interessanten oder inspirierenden Orten zu begegnen. Ich spreche sogar mit Orten wie mit einer Person.“(c) Eyes On

Kunsthalle Project Space - McDermott & McGough

„I’ve seen the future, and I’m not going“, ist das Motto von McDermott. Er und sein Kollege McGough sind Zukunftsverweigerer. Sie leben ohne elektrischen Strom, ohne Computer, ihr Telefon ist aus den 1920ern und in ein Flugzeug steigen sie auch nicht ein. In einem Vorort von Dublin haben die beiden ein Haus in der „26 Sandymount Avenue“ bewohnt. Da war die Zeit circa 1908 stehengeblieben. Die Fotos dieser Ausstellung zeigen Impressionen aus ihrem aus der Zeit gefallenen Zuhause, noch einmal extra nostalgisch getönt durch das Blaudruck-Verfahren.(c) Eyes On

Wien Museum - Window Shopping

Manche Männer gehen mit ihren Frauen nur sonntags auf dem Kohlmarkt spazieren – ein Schaufensterbummel ist dort ja die deutlich billigere Variante. Eine Art Schaufensterbummel ist auch im Wien Museum möglich. Diese Ausstellung widmet sich diesem pionierhaften Marketing-Instrument und zeigt dokumentarische Fotos etwa von Barbara Pflaum (eine Menschentraube steht vor der Fernseherauslage), Trude Lukacsek (Bild) oder Franz Hubmann. Aber auch historische Schaufenster-Dokumentationen von Gerngroß bis Palmers sind zu sehen.(c) Eyes On

Fleischmarkt St. Marx - Thomas Strini

Ja, beim Spatenstich, da sind sie alle da und lächeln in die Kamera, vom Bezirksvorsteher bis zur Vizebürgermeisterin. Wenn aber der Bulldozer kommt, lässt sich keiner mehr blicken. Aber einer ist wenigstens verlässlich da: Thomas Strini. Seit ein paar Jahren fotografiert er die traurig-stolzen Ruinen der Stadt, kurz bevor sie ganz verschwunden sind (Bild: Imax). Zu einer Art fotografischem Totengräber wurde Strini, als die Fleischhallen in St. Marx dem Erdboden gleichgemacht wurden. Nur passend, dass in ihrem Nachfolge-Gebäude die Bilder gezeigt werden.(c) Eyes On

Elena Mildner "barocke suite", Galerie Burggasse 21

Natascha Auenhammer "Zebra"

Otto Steinert "Two Forms" Galerie Johannes Faber

Paloma Navares "Vestidas de seda", Galerie Mario Mauroner Contemporary Art Vienna(c) Paloma Navares

Robert von Stockert "Blumenstudie", Wissenschaftliches Kabinett Simon Weber Unger

Tamara Sudimac "blind spot", Alte Markthalle Wien Mitte

Timotheus Tomicek "evolution", Startgalerie im MUSA

Timotheus Tomicek "fille ambigue" Startgalerie im MUSA(c) Unknown
Kommentar zu Artikel:

Monat der Fotografie: ''Eyes On''

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.