Eine Million Facebook-Profile für Kunstprojekt abgegriffen

Fotos und Namen der Facebook-Mitglieder wurden durch eine Software gejagt und daraus eine fiktive Partnersuch-Website gebastelt. Facebook selbst reagiert verärgert.

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EPA (Jens�kalaene)

Es soll lediglich ein künstlerischer Akt sein. Facebook ist dennoch verärgert, dass zwei Medienkünstler eine Million Profildaten unerlaubt abgefragt haben. Das Projekt Face to Facebook nahm die Daten und dazugehörigen Profilbilder, jagte sie durch eine Gesichtserkennung und stellte 250.000 der Profile auf die selbst erfundene Partnersuch-Website "Lovely Faces". Sie wollen damit beweisen, dass Facebook eine Goldmine für Identitätsdiebstahl ist und wie zerbrechlich eine virtuelle Identität auf einer proprietären Plattform sein kann. Ihr Projekt ist auch auf der Transmediale in Berlin vertreten.

Facebook will sich wehren

Wie Ars Technica berichtet, will sich Facebook gegen die Aktion zur wehr setzen. "Die Informationen unserer Mitglieder abschöpfen verletzt unsere Nutzungsbedingungen", sagt Facebook-Manager Barry Schnitt. Man werde aggressiv gegen alle vorgehen, die diese Vorgaben verletzen und überprüfe bereits die angesprochene Website der beiden selbst ernannten Künstler. Diese wiederum schreiben, dass sich jeder, der sein Bild auf ihrem Projekt wiederfindet, einfach bei ihnen melden soll, wenn er es gelöscht haben möchte.

Erinnerungen an Zuckerberg-Vergangenheit

Es wirkt etwas absurd, dass gerade Facebook sich über die Abfrage von Informationen beschwert. Firmengründer Mark Zuckerberg selbst erfand im Jahr 2003 ein System, um Namen und Fotos von Harvard-Kollegen abzugreifen. Er stellte sie in einem kontrversiellen System namens Facemash zusammen, bei dem Nutzer abstimmen konnten, wer von den gezeigten Studenten besser aussieht. 

(Red.)

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