Sie ist gerade 21 geworden, „beginnt gerade erst etwas zu machen“, und hat schon einen „Dauerbrenner“, erzählt Mimi Klein. Nämlich Pistolen aus Leder oder Stoff, „reiner Baumwolle, antiallergisch natürlich“. Sie liegen genauso in der Hand wie echte, das sei ihr wichtig gewesen, denn „als Kind in einem alternativen Haushalt“ habe sie nie mit Waffen spielen dürfen, der Ersatz sollte also dementsprechend authentisch sein. Der Preis für die Soft-Guns, von denen „auch große Jungs um die 30 schwer begeistert sind“: 27 Euro. Es gibt übrigens auch Maschinenpistolen. Nächstes Jahr will Mimi Klein sich auf einer der Wiener Kunstakademien bewerben, „ich werde Künstler und das wird was“, sagt sie lachend. Ihr Vater hat es ihr vorgelebt, Rudi Klein ist ebenfalls beim „Metamart“ dabei, mit einer Schneekugel (jede 2,50 Euro). Jetzt fühlt Mimi Klein sich aber noch in der Gruppe der „Amateure“ wohl. Auch für Stefanie Wuschitz, die mit der „Zeichengruppe Kollektiv“ in dieser Kategorie antritt, passt die Bezeichnung ins Konzept: „Autorenschaft ist doch etwas Lächerliches“, sagt sie. Die Gruppe besteht aus völlig gemischten Leuten, die gemeinsam Zeichnungen anfertigen. „Der Kunstmarkt zwingt einen zu einer glatten, minimalistischen Sprache, das wird auf Dauer doch langweilig, wenn man etwas Emotionaleres machen möchte.“ Auch „Metamart“-Organisator Seidler sagt, dass sich gerade viele „professionelle“ Künstler um die Amateur-Kategorie geradezu „lustvoll gerissen“ hätten. Es bleibt also spannend hier, in der „großen Chance“ des „Metamarts“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2011)
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