„Wir freuen uns auf die nächste Phase unserer Beziehungen“, meint Richard Armstrong, Direktor der Guggenheim Foundation und des Museums in New York, in einer Presseaussendung. Was er damit meint, bleibt unklar. Sicher ist: Das deutsche Guggenheim Museum in Berlin wird Ende des Jahres geschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und dem Museum begann 1997, heuer läuft der Vertrag aus. Die für Ausstellungen genutzten Räumlichkeiten der Bank an der Straße Unter den Linden sollen künftig einem „Dialogforum“ zwischen Politik und Wirtschaft zur Verfügung stehen.
Das Guggenheim gilt als eine der führenden Adressen für zeitgenössische Kunst in Berlin, 57 Ausstellungen zogen seit 1997 1,8 Millionen Besucher an. Die letzte Ausstellung des Jahres wird dem Werk von Cindy Sherman gewidmet sein. Die Schließung des deutschen Museums ist heuer nicht die erste schlechte Nachricht aus dem Hause Guggenheim. Ende Jänner wurde bekannt, dass die für heuer geplante Eröffnung eines Guggenheim und des Louvre in Abu Dhabi auf 2017 verschoben wurde. Dies gebe den Museen genügend Zeit, ihre „eigene Identität im lokalen und internationalen Kulturbetrieb zu finden“, hieß es von der staatlichen Firma für Tourismus und Investitionen.
Zwiespältige Reaktionen erntete das geplante Guggenheim-Museum in Helsinki. Während Bürgermeister Jussi Pajunen Anfang des Jahres von einer „fantastischen Möglichkeit“ sprach, lehnte der finnische Kulturminister Paavo Arhinmäki eine finanzielle Unterstützung des Museums kategorisch ab. Arinmäki ist nicht der Einzige, der Kritik am geplanten Museum übt. Viele halten die angepeilten Besucherzahlen von einer halben Million pro Jahr bei einem Eintrittspreis von zwölf Euro für unrealistisch. Die Guggenheim-Stiftung hat der Stadt bis Mitte Februar Zeit gegeben, darüber zu entscheiden, wie es nun weitergeht.
Mit der Schließung des deutschen Hauses bleiben Europa zwei Guggenheim-Museen: Das 1997 eröffnete futuristische Gebäude in Bilbao sowie die Peggy-Guggenheim-Sammlung in Venedig. Die Guggenheim Foundation ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in New York. Gegründet wurde die Stiftung 1937 vom US-amerikanischen Industriellen Solomon R. Guggenheim und der deutschen Malerin Hilla von Rebay.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)
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