Die Stadt Linz ist auf der Suche nach vier verschwundenen Bildern und hat für zweckdienliche Hinweise eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt. Dabei handelt es sich um eine Klimt-Zeichnung und drei Werke von Egon Schiele. Deren Verlust kann die Stadt nämlich teuer zu stehen kommen: Die Erben der Eigentümerin sind vor Gericht gezogen. Bisher haben sie rechtskräftig 100.000 Euro zugesprochen bekommen, sie verlangen aber noch weitere 6,25 Millionen Euro.
Zum Hintergrund: Die Bilder wurden von der Eigentümerin Olga Jäger im Jahr 1951 an die Neue Galerie der Stadt Linz verliehen. Nun sind sie nicht mehr auffindbar. Die mutmaßlichen Erben haben zunächst wegen der Schiele-Zeichnung "Paar" geklagt. Im Juli 2011 sprach ihnen der Oberste Gerichtshof 100.000 Euro zu. Daraufhin brachten sie die nächste Klage ein. Diesmal geht es um die Zeichnung "Zwei Liegende" von Gustav Klimt und das Aquarell "Junger Mann" sowie das Ölgemälde "Tote Stadt" von Egon Schiele. Die Erben fordern 6,25 Millionen Euro.
Für die drei Bilder, um die nun im Landesgericht Linz prozessiert wird, existiert eine Übergabebestätigung, die Walter Kasten - ab 1947 stellvertretender Leiter und später Direktor der Neuen Galerie - unterzeichnet hat. Im Briefkopf wird der Kunstsammler Wolfgang Gurlitt, der die Neue Galerie gegründet hat, genannt. Entscheidend für den Ausgang des Verfahrens dürfte neben der Legitimierung der Kläger sein, ob die Handlungen Gurlitts und Kastens der Stadt zugerechnet werden können.
(APA)
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