Ganze drei Minuten dauerte die Performance: Aus dem mitten in den Ausstellungsräumen fein säuberlich vorbereiteten Kunstinstrumentarium wählte die ganz in Schwarz gekleidete und wie stets Hut und Sonnenbrille tragende Künstlerin einen breiten Pinsel, tauchte ihn in schwarze Tinte und überzog mit wenigen, energisch gesetzten Strichen sieben Leinwände mit japanischen Schriftzeichen. Yoko Ono, die am Tag zuvor mit dem Kokoschka-Kunstpreis ausgezeichnet worden war, gab ihrer Arbeit den Namen „We wish you seven fortunes & eight treasures“ – als Teil der Ausstellung ist sie noch bis 1. Juli in der Kunsthalle Krems zu sehen. „Ich bin sehr beeindruckt, mit welchen Gesten und raschen Bewegungen sie ein Kunstwerk schafft, das bleibend ist“, meinte Kunstsammler und Museumschef Karlheinz Essl unmittelbar nach der kurzen Performance. Yoko Ono sei „sehr stark“, urteilte die österreichische Künstlerin Valie Export: „Wenn man diese Arbeiten sieht, kann man lernen: Wie drückt man Kraft aus?“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)
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