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Ein Neustart für die Kunsthalle Wien

14.06.2012 | 17:28 |  Von Siobhán Geets (Die Presse)

Nicolaus Schafhausen folgt Gerald Matt nach. Schafhausen ist international bestens vernetzt und hat in der Kunsthalle Wien bereits kuratiert. Er hat schon konkrete Ideen, darunter eine Ausstellung mit Houellebecq.

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Seit Donnerstag ist es fix: Nicolaus Schafhausen wird, wie die „Presse“ berichtete, ab Oktober für die kommenden fünf Jahre die künstlerische Leitung der Kunsthalle Wien übernehmen.

Der turbulenten Vergangenheit des Hauses dürfte er sich bewusst sein. „Ich habe immer gern Probleme gelöst“, sagte er bei der gestrigen Pressekonferenz. Die Ermittlungen gegen seinen Vorgänger Gerald Matt interessierten ihn nur auf einer „abstrakten“ Ebene: „Vielleicht mache ich eine Ausstellung zu Recht und Demokratie.“ Anstatt sich mit Altlasten herumzuschlagen, wolle er die Kunsthalle bekannter machen – „jenseits des Skandals“.

VIDEO: Schafhausen: Der neue Chef der Wiener Kunsthalle

Schafhausen: Der neue Chef der Wiener Kunsthalle / Bild: Bilderbox

Nicolaus Schafhausen - so heißt der künftige Leiter der Kunsthalle Wien. Der deutsche Kunstmanager übernimmt das Amt von Gerald Matt. Sein Vertrag beginnt ab 1. Oktober und dauert 5 Jahre.



Schafhausen hat bereits konkrete Ideen, darunter eine Ausstellung mit dem französischen Autor Michel Houellebecq, Stichwort: „Möglichkeit einer Insel“. Das wohlhabende Wien nimmt er beinahe als Insel wahr, die Stadt habe sich in den vergangenen 20 Jahren sehr verändert, aber noch keine zeitgenössische Identität gefunden. Auch darüber könne er sich eine Ausstellung vorstellen.

1965 in Düsseldorf geboren, wurde Schafhausen erst einmal Künstler, auch wenn er nicht an der Kunstakademie angenommen wurde. Er studierte Kunstgeschichte in Berlin und München. Danach verlegte er sich aufs Kuratieren, leitete u. a. den Frankfurter Kunstverein, wo er sich gesellschaftlichen Fragen wie Migration und Globalisierung widmete. Später wurde Schafhausen Direktor des „Witte de With“-Zentrums für Gegenwartskunst in Rotterdam. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er als Kurator des deutschen Pavillons auf der 52. Kunstbiennale in Venedig, wo er Isa Genzkens Projekt „Oil“ präsentierte. Weil er mit Liam Gillick bei der Kunstbiennale 2009 erstmals einen Nichtdeutschen den Venedig-Auftritt gestalten ließ, wurde er vor allem in der deutschen Presse heftig kritisiert. Danach erreichten ihn etwa 20.000 E-Mails und 12.000 Briefe.

Schafhausen ist international bestens vernetzt: Er war Vorstandsmitglied der Internationalen Kuratoren Konferenz und ist Mitglied im Beirat von Independent Curators International. Für die Blickle-Lounge hat Schafhausen bereits an der Kunsthalle kuratiert, auch mit Gerald Matt dürfte er schon zu tun gehabt haben: Seit 2000 sitzen sie gemeinsam im Vorstand der Ursula Blickle Stiftung.

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3 Kommentare

was ist denn das für eine böse bewegung?


Gast: bitteichweisswas
15.06.2012 09:38
0 0

lasst den Mann arbeiten

..und eine Ausstellung mit Houellebecq finde ich schon sehr reizvoll..!! und eine internationale Durchmischung des alten Sumpfes tut allemal gut-

Gast: tc_t
15.06.2012 07:51
0 0

ist es nicht toll

das wir uns DAS noch leisten können...