Venedig im "Glasstress"

Anfangs dachte ich - phu, nur Kitsch. Am Ende bin ich mir zwar auch nicht sicher. Toll zum Anschauen ist es trotzdem. Zeitgenössische Glaskunst.

Anfangs dachte ich - phu, nur Kitsch. Am Ende bin ich mir zwar auch nicht sicher. Aber zumindest die Idee zur traditionsreichen Gruppenausstellung "Glasstress" ist super (und diesmal vom Wiener Secessions-Präsidenten Herwig Kempinger mitkuratiert): Internationale Künstler wurden eingeladen, mit Murano-Meisterglasbläsern zusammenzuarbeiten. Ai Weiwei zum Beispiel, der ein Palazzo-Saal-hohes, lusterartiges Objekt in Weiß von der Decke abhängte. Man erkennt in den filigranen Tentakeln Zitate seines Werks, wie Überwachungskameras (aus seiner Inhaftierung in China), den Stinkefinger (aus seiner Fotoserie vor internationalen Touristenattraktionen) oder Handschellen.

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Ai Weiwei, Glasstress – Spiegler

Österreichs Biennale-Vertreter sind auch dabei: Erwin Wurm hat jetzt seine Wurst-Figuren und seine Mutter-Wärmeflaschen in Murano-Glas in seinem Portfolio.

Wurm, Glasstress
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Wurm, Glasstress
Wurm, Glasstress – Spiegler
Brigitte Kowanz ein Spiegelei mit Schrift. Auch Siggi Hofer durfte nach Murano, er ließ Glashäuser-Aufsätze für seinen Lego-Burgenbausatz blasen. Xenia Hausner beauftragte einen "Market of the Dead" mit Telefon, Schuhen, Radio, Bügeleisen aus farbigem Glas.

Palazzo Franchetti, San Marco, bis 26. 11., täglich 10-18.30

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