Der Diamant im Leopold Museum wurde gefunden

Die Schatzsuche des Künstlers Ahmet Ögut in der Festwochenausstellung ist beendet, sie erinnert an eine Aktion von Michael Sailstorfer, der Goldbarren suchen ließ.

Gewinnerin Monika
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Gewinnerin Monika

Der Schatz im Leopold Museum ist gehoben, am Samstag wurde der Diamant gefunden, den der kurdische Künstler Ahmet Ögut dort versteckt hat. In einem Haufen von zehn Tonnen Kohle konnte mit Schaufeln und Spitzhacke nach einem Stückchen Museumsmauer gegraben werden. Wer das fand, der musste die Stelle im Museum finden, wo das Wandstück herausgebrochen wurde.

Dort war dann der mehrere tausend Euro teure Klunker versteckt. Monika hieß die Finderin, die das Teil behalten durfte - ein Kolonialismus-kritisches Statement ist nicht überliefert, was man ja vielleicht hätte erwarten können - schließlich fand die Aktion im Rahmen der Festwochen-Ausstellung zur Kritik am europäischen Kolonialismus statt. Mit der Arbeit sollte die Gier, die einen befallen kann angesichts von Bodenschätzen genauso thematisiert werden wie das damit einhergehende Glücksversprechen.

2010 hat Ögut seine Diamantsuche das erste Mal veranstaltet, im Van Abbemuseum. Ein Jahr davor hat der deutsche Konzeptkünstler Michael Sailstorfer eine doch erstaunlich ähnliche Arbeit vorgestellt: "Pulheim gräbt" hieß sie und Sailstorfer ließ dafür in einem verlotterten städtischen Grundstück Goldbarren im Wert von 10.000 Euro vergraben. Und gab das Gelände dann der Ortsgemeinde zur Schatzsuche frei. Jahre später noch lebt der Mythos und Leute suchen immer noch auf dem Acker nach Gold. Denn niemand weiß, ob alle 30 Barren gefunden wurden oder nicht. 2012 wiederholte Sailstorfer die Aktion an der englischen Küste. Worum es ihm neben diesem kollektiven Goldrausch ging, war auch die Umarbeitung und Umgestaltung des Bodens. Das Gelände glich nach dem Ansturm einer Mondlandschaft, hieß es damals, eine Geologie der Gier.

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