Das "neue Wahrzeichen der Stadt" will und will nicht funktionieren: Das Linz09-Projekt "Linzer Auge" dreht sich selbst nach einer Reparatur am Montag immer noch nicht. Ein Fabrikationsfehler in Bratislava schuld daran, heißt es aus der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten in Oberösterreich.
Eigentlich hätte die Aussichtsplattform schon im Mai in Betrieb genommen werden sollen. Zuerst hat das Hochwasser den Transport von Bratislava nach Linz verhindert, dann waren es Belagarbeiten, die der rechtzeitigen Inbetriebnahme einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Muskeln statt Wasserantrieb
Als das Auge dann endlich da war, drehte es sich nicht. Nach der Reparatur funktioniert es jetzt nur mit Hilfe von Muskelkraft, was nicht im Sinne des Erfinders ist. Die rund 58 Tonnen schwere Plattform sollte nämlich ohne zusätzlichen Energieaufwand rein durch die Kraft des Wassers angetrieben werden.
Nun wolle man versuchen, die schwimmende Stahlkonstruktion durch Sandsäcke auszutarieren. Wenn das nicht ausreichen sollte, müsse man unter Umständen die Antriebselemente vergrößern, so die Kammer.
Die Planung nahm etwa zwei Jahre in Anspruch, die Bauzeit vier Monate. Bis zu 200 Personen sollten täglich ab acht bis 21 Uhr den Ausblick auf die Kulturhauptstadt von der Donau aus genießen können. Die ursprünglichen Gesamtkosten wurden mit rund 300.000 Euro beziffert.
Mehrkosten?
Wie viel Mehrkosten durch die nicht endenwollenden Pannen entstanden sind und wie lange die neuerliche Reparatur dauern wird, darüber kann die Architektenkammer keine Auskunft geben. Nur so viel, es sei unerfreulich.
(Ag.)

Yigg
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